Bildungsgewerkschaft GEW: Jenaer Lehramtsstudierende dürfen nicht Opfer von Schlamperei an FSU und am Kultusministerium werden

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena will viele Studierende in den Lehramtsstudiengängen exmatrikulieren, weil sie Modulprüfungen nicht bestanden oder die Frist für die Grundstudienzeit überschritten haben.

20.09.2008 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

Jedoch fehlt jede Rechtsgrundlage dafür: " Es existieren weder Studien- noch Prüfungsordnungen für das neue Modell der Lehrerbildung", so Mike Niederstraßer, Studierendensprecher der GEW Thüringen und zugleich Referent für Soziales im Studierendenrat der FSU. Selbst die Grundlage dafür, die neuen Staatsprüfungsverordnungen für das Lehramt an Regelschulen und Gymnasien, lässt von Seiten des Kultusministeriums auf sich warten. Auch die so genannten Modulkataloge, welche die Regelungen darüber beinhalten, welche Lehrveranstaltungen die Studierenden zu besuchen und welche Prüfungen sie zu absolvieren haben, sind nicht rechtskräftig veröffentlicht. Damit sind tausende Prüfungen unrechtmäßig durchgeführt worden.

Unstimmigkeiten im Lehrerbildungsgesetz

Schon im Frühjahr hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften in Ihrer Stellungnahme zum Thüringer Lehrerbildungsgesetz zahlreiche Unstimmigkeiten kritisiert, was jedoch Landesregierung und Landtagsmehrheit unbeeindruckt ließ. Auch die FSU hatte keine Probleme mit dem neuen Gesetz gesehen. Und jetzt sollen Studierende Opfer der Schlamperei an dieser Universität werden. "Auf jeden Fall werden wir unseren studentischen Mitgliedern, sofern sie davon betroffen sind, Rechtsschutz gewähren", sagte Thomas Hoffmann, Referatsleiter Hochschule und Forschung bei der GEW Thüringen. Es könne nicht angehen, dass in der Thüringer Lehrerbildung dilettantisch herumgebastelt werde, obwohl man in den kommenden Jahren dringend Lehrernachwuchs benötige und gleichzeitig Menschen ihr Grundrecht auf freie Berufswahl verwehrt werde.

Lehrerbildung auf solide Grundlagen stellen

Allerdings müsse die Lehrerbildung in Jena nicht nur rechtlich auf solide Grundlagen gestellt werden, viel wichtiger wäre eine Studienorganisation, die das Studium auch studierbar mache und nicht zu Zeitverzögerung wegen Überschneidung von Lehrveranstaltungen oder fehlender Seminarplätze führe. Die GEW Thüringen fordert daher, dass der Freistaat Thüringen endlich der Bildung Priorität gibt und die Hochschulen aufgabengerecht mit Personal- und Sachmitteln ausstattet.

Bei Nachfragen können Sie sich wenden an GEW Thüringen - Studierendensprecher Mike Niederstraßer oder Marcel Helwig 03641 930 994 oder 0172 7617049

Referat Hochschule und Forschung Landesausschuss der Studentinnen und Studenten GEW Thüringen.

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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