BLLV vergibt Förderpreis "Pädagogik innovativ" für wegweisende Projekte in der Lehrerbildung

Bei der heutigen Verleihung des BLLV-Förderpreises "Pädagogik innovativ" werden dieses Jahr ein erster und zwei dritte Preise vergeben: Den ersten Preis für innovative Pädagogik in der universitären Lehrerbildung erhalten vier Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München.

29.03.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Für ihr Aus- und Fortbildungskonzept für den Sachunterricht in der Grundschule werden ausgezeichnet: Prof. Dr. Joachim Kahlert, Dr. Mechthild Hagen sowie Dr. Eva Heran- Dörr vom Lehrstuhl Grundschulpädagogik und -didaktik und Prof. Dr. Dr. Hartmut Wiesner vom Lehrstuhl Didaktik der Physik. Ein dritter Preis geht an den Diplompädagogen Ullrich Reuter von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er überzeugte die Jury mit dem Projekt "Begleitung körperbehinderter Schüler im individuellen Berufswahlprozess". Einen weiteren dritten Preis erhält Dr. Jana Traupel von der LMU München. Die Wissenschaftlerin entwickelte ein aktives, multimedial gestütztes Lehr-Lern-System an der Hochschule. Der Förderpreis wird vom BLLV alle zwei Jahre vergeben. Er ist insgesamt mit 5000 Euro dotiert. Einen zweiten Preis vergab die Jury diesmal nicht.

  • Erster Preis: Die sechsköpfige Jury war begeistert von der wissenschaftlichen Fundierung, dem Laborschulcharakter der Veranstaltung für die Studierenden, von der zukunftsweisenden Rolle der Universität in der Lehreraus- und -fortbildung sowie dem inhaltlichen Schwerpunkt des Konzepts der vier Münchner Wissenschaftler, die den ersten Preis erhalten. Die Dozenten der Grundschulpädagogik und -didaktik und Dozenten der Physikdidaktik - beteiligten sich mit zwei aufeinander aufbauenden Projekten an der Ausschreibung um den BLLV-Preis. Neueste (fach-) didaktische und kognitionspsychologische Erkenntnisse liegen ihrer Internetpräsenz "SUPRA" und ihrem Aus- und Fortbildungskonzept für Grundschullehrkräfte zugrunde. "SUPRA" bietet eine ständig verfügbare und flexibel handhabbare konkrete Unterstützung für die Planung und Gestaltung von Unterricht. Dazu haben die Wissenschaftler ein "blended learning"-Programm mit Seminar- und Fortbildungstagen entwickelt und seit 2004 erprobt. Es widmet sich dem Aufbau und der Förderung der physikdidaktischen Kompetenz. 2006 wurden Elemente des Konzepts für den Einsatz im Grundschulstudium weiterentwickelt, Dr. Hagen und Dr. Heran-Dörr integrierten nicht nur Theorie und Praxis, sondern auch die Forschung in ihr kooperatives Veranstaltungskonzept. Ziel der Wissenschaftler ist es, den naturwissenschaftlichen Unterricht an Grundschulen zu veranschaulichen und zu stärken. Ein Weg, um bei Grundschulkindern sachlich tragfähige Konzepte zu anspruchsvollen physikalischen Inhaltsbereichen aufzubauen. Kontakt: Prof. Dr. Kahlert, Tel: 089/ 2180 5102, E-Mail: oder Prof. Dr. Dr. Wiesner, Tel: 089/ 2180 2020
  • Dritte Preise: Ein erstes Kennenlernen des späteren Berufsfeldes und eine intensive Arbeit mit den Schülern ermöglicht Diplompädagoge Ullrich Reuter den Studierenden der Sonderpädagogik in Würzburg mit seinem Projekt "Begleitung körperbehinderter Schüler im individuellen Berufswahlprozess". Dies und der Modellcharakter seiner Idee überzeugten die Jury, Reuter mit einem dritten Preis zu würdigen. Bei dem Kooperationsprojekt der Universität Würzburg mit dem Förderzentrum Würzburg-Heuchelhof werden mit fachspezifischen Methoden individuelle Perspektiven der Schüler entwickelt und bei der Suche nach Praktikumsplätzen konkretisiert. Erkenntnisse aus diesem Projekt sind bereits in eine Weiterentwicklung im Förderzentrum eingegangen. Kontakt: Ullrich Reuter, Tel: 0931/ 888 68 09.
    Für eine "zukunftsweisenden Lernmethode" erhält Dr. Jana Traupel einen weiteren dritten Preis: Der Wissenschaftlerin ist es im Rahmen ihrer Doktorarbeit gelungen, "Physik der Materie" wissenschaftlich und verständlich zugleich zu vermitteln. Sie entwickelte ein aktives, multimedial gestütztes Lehr-Lern-System, bei dem fachwissenschaftliche Inhalte durch eine Kombination aus Literaturstudium, Übungsphasen, einem Web-Kurs und Multimedia-Elemente erlernt werden. Die Studierenden profitieren sehr von dieser Methode und eignen sich großes Fachwissen an. Mit dem Web-Kurs schafft es Traupel, universitäre Lehre und Physikunterricht in der Schule zu verzahnen. Kontakt: Dr. Jana Traupel, Tel: 089/ 2180 5033.

"Der Lehrerberuf ist zu stärken. Dies muss in der Lehrerbildung von Beginn des Studiums an geschehen", erklärte der BLLV-Vizepräsident und Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Dr. Ludwig Eckinger, bei der heutigen Preisverleihung. Bereits die erste Phase der Lehrerbildung müsse sich am Anspruch des Lehrerberufes, Experte für das Lernen zu sein, orientieren. Dies sei auch der Maßstab für die Vergabe des Förderpreises "Pädagogik innovativ". "Leider nimmt die Politik die geglückten Beispiele an den Universitäten, Forschung und Lehre sowie Theorie und Praxis in der Lehrerbildung zu verbinden, noch zu wenig wahr", kritisierte Eckinger. "Ein Grund mehr für den BLLV, diesen Förderpreis auszuloben. Von der Preisvergabe soll gleichzeitig ein Impuls ausgehen, Methoden und Inhalte in der Lehrerbildung gezielt auf das Berufsfeld Schule auszurichten."

Die Vorsitzende der BLLV-Landesstudentengruppe (LSG) Eva-Maria Schäffer verwies darauf, dass der Förderpreis im Jahr 2001 von der LSG kreiert wurde und deshalb auch den Studentenvertretern in der Jury großes Gewicht zukommt. "Erfreulicherweise werden an Bayerns Universitäten viele neue und kreative Wege beschritten. Das hat die Ausschreibung des Förderpreises eindrucksvoll gezeigt", erklärte sie. Insgesamt seien 15 Bewerbungen beim BLLV eingegangen.


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