Bologna: Exzellenz auch für die "Student Services"

"Wir brauchen in den 46 Bologna-Staaten neben Exzellenz in Forschung und Lehre insbesondere auch eine exzellente soziale Infrastruktur für die rund 20 Millionen Studierenden." Dies sagte Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW) und Präsident des europäischen Dachverbands European Council for Student Affairs (ECStA), heute anlässlich eines gemeinsamen Bologna-Symposiums des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin. Auf dem Symposium soll die Bologna-Nachfolgekonferenz der europäischen Bildungsminister im April im belgischen Leuven vorbereitet werden. Dann wollen die Bologna-Staaten ihre nationalen Aktionspläne zur Realisierung der "sozialen Dimension" des europäischen Hochschulraums vorstellen.

30.01.2009 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

Zum Thema der "Student Services" sei es leider seit der Londoner Konferenz 2007 nur bei einer Absichtserklärung geblieben, bedauert Meyer auf der Heyde. Er betont: "Wer im globalen Bildungswettbewerb mit konkurrierenden Weltregionen wie den USA oder Asien mithalten will, muss die dort geltenden Standards bei den 'Student Services' als Benchmarks nehmen."

Zu den "Student Services" zählt Meyer auf der Heyde neben einer ausreichenden Studienfinanzierung, bezahlbarem, campusnahem Wohnraum und preisgünstiger Verpflegung insbesondere Studien- sowie psychologische und soziale Beratung, Kinderbetreuung, Kulturangebote sowie die Förderung des gesellschaftlichen Engagements der Studierenden. "Diese 'Student Services' spielen eine strategische Rolle für die weltweite Positionierung der europäischen Hochschulen im globalen Bildungswettbewerb", ist Meyer auf der Heyde überzeugt. "Wir brauchen auch hier Exzellenz, genauso wie in Forschung und Lehre."

Einer Studie des Institute for Higher Education Policy zufolge, die der Berliner "Tagesspiegel" ausgewertet hat, sollten amerikanische Hochschulen vom europäischen Bologna-Prozess einiges lernen können. Meyer auf der Heyde freut sich über eine solch positive Wahrnehmung Europas, mahnt aber: "Bei den 'Student Services' ist es immer noch so, dass wir in Europa uns eine dicke Scheibe von den USA abschneiden müssen, gerade was die Qualifizierung von 'Student Services'-Beauftragten angeht." In den USA, aber auch in vielen asiatischen Ländern, gebe es Studiengänge für "Student Affairs" oder "Student Services".

Die deutschen Studentenwerke und ihre europäischen Partnerorganisationen sind im European Council for Student Affairs (ECStA) zusammengeschlossen, dem 20 Organisationen aus 14 europäischen Ländern angehören. DSW-Generalsekretär Meyer auf der Heyde ist Präsident des ECStA.

Links:
www.ihep.org/Publications/publications-detail.cfm?id=112
www.ecsta.org


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