Bundesregierung will ab 2007 in die Vollkostenfinanzierung einsteigen

Als "wichtiges Signal für die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung" hat Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel die Ankündigung von Bundesforschungsministerin Annette Schavan bezeichnet, bei der Forschungsförderung in die sog. "Vollkostenfinanzierung" einzusteigen.

16.01.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Die Bundesforschungsministerin hatte in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung vom Montag erklärt, dass ab 2007 die Hochschulen zu den Mitteln für ihre Forschungsprojekte einen Aufschlag von 20 Prozent für zusätzliche Kosten für Räume und Infrastruktur erhalten sollen, die durch Forschungsprojekte ent-stehen. Damit, so Goppel, werde der bereits in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern auf Initiative Bayerns und Baden-Württembergs eingeschlagene Weg in der Vollkostenfinanzierung für die Forschung konsequent fortgesetzt. "Dieser Ansatz ist der einzig richtige und zukunftsweisende", sagte der Minister. Die Hochschule, die für ihre Spitzenwissenschaftler Forschungsgelder einwirbt, müsse nach dem bestehenden System für das Forschungsvorhaben selbst noch so viel zusätzliches Geld zuschießen, dass sie sich ihre eigene Exzellenz unter Umständen nicht leisten könne. Dadurch, so Goppel, werde "derjenige, der Spit-ze ist, finanziell belastet anstatt belohnt." Im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA, die die Kosten voll finanzieren, hatte Deutschland hier bisher einen erheblichen Wettbewerbsnachteil, sagte der Minister. Bisher erhalten in Deutsch-land Hochschulen, die Gelder für Forschungsprojekte einwerben, nur Mittel für das konkrete Projekt, nicht aber die für die benötigte Infrastruktur.


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