CDU-Pläne zur Lehrerausbildung:

Eine deutliche Absage erteilt der Nordrhein-Westfälische Lehrerverband (NRWL), in dem Philologen-Verband und Realschullehrerverband kooperieren, den CDUVorstellungen zur Reform der Lehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen.

03.04.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

Wenige Wochen vor Bekanntgabe der Reformüberlegungen zur Lehrerausbildung durch die von der Landesregierung eingesetzte Baumert-Kommission erläutert der Fraktionsvorsitzende Helmut Stahl die Pläne der CDU. Danach soll sich das Land NRW komplett aus der Verantwortung für die Lehrerausbildung zurückziehen. Künftig sollen die Studienseminare entfallen und Lehrerausbildungszentren an den Hochschulen sämtliche Aufgaben übernehmen. Das I. Staatsexamen soll durch einen Masterabschluss an der Hochschule ersetzt werden. Auch wolle das Land nicht mehr die Referendarausbildung organisieren und den Schulen überlassen, ob sie künftig Lehrkräfte ausbilden wollen oder nicht. Das II. Staatsexamen soll ebenfalls entfallen und wesentlich durch eine Bewertung von zwei Mentoren an der Schule ersetzt werden.

"Das sind geradezu abenteuerliche Überlegungen ohne jeglichen Sachverstand", so Peter Silbernagel, Präsident des NRWL zu den Koalitionsplänen. Mit einer Reform habe dieses nichts mehr zu tun. Es gehe nur noch um das Plattmachen sämtlicher Qualitätsbausteine in der Lehrerausbildung.

Gerade die Seminarausbildung genießt weit über Deutschland hinaus hohes Ansehen – so der Lehrerverband. Sie zu zerschlagen ist ärgerlich und tollkühn! Die Folge ist ein Qualitätsdesaster in der Lehrerausbildung.

Auch die Übertragung der Gesamtverantwortung an die Hochschulen ist völlig wirklichkeitsfremd, da diese bereits nicht in der Lage sind, vergleichbare Bachelor-und Masterstudiengänge zur Lehrerausbildung zu organisieren. Der NRWL jedenfalls wird die Zerschlagung der Lehrerausbildung im Interesse gut ausgebildeter Lehrkräfte und damit letztlich im Interesse der Verantwortung vor den zu unterrichtenden Schülerinnen und Schülern nicht hinnehmen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden