"Deutliche Aufwertung der Universitäten Gießen und Frankfurt"

Drei von acht Anträgen hessischer Hochschulen auf Förderung im Rahmen des Bund-Länder-Programms Exzellenzinitiative sind heute vom Bewilligungsausschuss in Bonn positiv beschieden worden: An der Universität Gießen wird sowohl ein Exzellenzcluster "Cardiopulmonary System" als auch eine Graduiertenschule "International Graduate Centre for the Study of Culture – GCSC" gefördert werden. An der Universität Frankfurt wird das Exzellenzcluster "Macromolecular Complexes" unterstützt – wobei das Gießener Exzellenzcluster "Cardiopulmonary System" ein Gemeinschaftsantrag der Universitäten Gießen und Frankfurt ist und die Koordination für die ersten Jahre in Gießen liegen wird.

13.10.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, der an der Sitzung des Bewilligungsausschusses Bonner Wissenschaftszentrum teilgenommen hatte, äußerte sich zufrieden mit dem Abschneiden der hessischen Hochschulen. "Mit zwei von 17 erfolgreichen Exzellenzclustern und einer von 18 Graduiertenschulen ist Hessen im Wettbewerb um Spitzenförderung durchaus erfolgreich, hinsichtlich der Exzellenzcluster sogar überproportional erfolgreich", hob Corts hervor. "Die Standorte Gießen und Frankfurt werden durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder eine deutliche Aufwertung erfahren."

Je Cluster fließen damit jährliche Projektmittel in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro zuzüglich eines zwanzigprozentigen Gemeinkostenzuschlags an die beiden Standorte. Die Graduiertenschule wird mit etwa einer Million Euro im Jahr plus Gemeinkostenaufschlag gefördert. Unter dem Strich bekommen hessische Hochschulen damit mehr als 14 Millionen Euro im Jahr an zusätzlichen Fördermitteln.

Bei den Exzellenzclustern sind überhaupt nur sieben der 16 Bundesländer zum Zug gekommen. Vor Hessen liegen Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Bei den Graduiertenschulen wurde die Hälfte der Bundesländer berücksichtigt. Dem Bewilligungsausschuss Exzellenzinitiative gehören unter Vorsitz des Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, 26 internationale Wissenschaftler (so genannte Gemeinsame Kommission) an sowie die Wissenschaftsminister der 16 Bundesländer und die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan.

Das gemeinsame Exzellenzcluster der Universitäten Frankfurt und Gießen ist ein translationales Forschungszentrum, das der Verbindung von innovativer Grundlagenforschung mit präklinischen und klinischen Studien auf dem Gebiet der vaskulären und parenchymatösen Erkrankungen des Herzens und der Lunge gewidmet ist. Mit dem Antrag "Cardiopulmonary System", ist eine hervorragende Vernetzung der cardiovaskulären Forschung an der Universität Frankfurt (Prof. Dr. Rudi Busse) mit der koronaren und pulmonalen Gefäßsystemforschung in Giessen (Prof. Dr. Werner Seeger) und der Herz- und Lungenforschung am Max Planck-Institut in Bad Nauheim gelungen.

Der Antrag "Macromolecular Complexes" (Koordination: Prof. Dr. Werner Müller-Esterl) stärkt die lebenswissenschaftliche Forschung am Standort Frankfurt. Aufbauend auf die langjährige Expertise der Frankfurter Wissenschaftler im Bereich der Membranproteinforschung soll diese Forschung nun auf zentrale Fragen von Struktur, Mechanismen und Dynamik anderer großer Komplexe lebender Zellen ausgedehnt werden.

Die Gießener Graduiertenschule "International Graduate Centre for the Study of Culture – GCSC" – die als erste geisteswissenschaftliche Graduiertenschule in Deutschland Pilotcharakter hatte – hat sich thematisch innerhalb der Kulturwissenschaften nicht festgelegt und ermöglicht damit eine neuartige umfassende Doktorandenausbildung, die das gesamte Feld kulturwissenschaftlicher Forschung abgdeckt. Es ist Ziel des Projekts, den Standort Giessen als innovatives Exzellenzzentrum in der Graduiertenausbildung und in der kulturwissenschaftlichen Forschung zu etablieren. Darüber hinaus soll ein Knotenpunkt für internationale Netzwerke in den Kulturwissenschaften geschaffen werden.

Wissenschaftsminister Corts bedauerte, dass die Technische Universität Darmstadt (TUD) und die Universität Marburg in dieser Antragsrunde nicht erfolgreich waren. "Es wird genau zu prüfen sein, wo die Gründe dafür liegen", sagte Corts. Er bedauerte gleichzeitig, dass der Vorschlag der Gemeinsamen Kommission keinen Ermessensspielraum mehr zugelassen habe und damit eine Plausibilitätsprüfung der zur Förderung vorgeschlagenen beziehungsweise abgelehnten Anträge nicht mehr möglich gewesen sei. "Ich erwarte, dass dieses Verfahren in der zweiten Antragsrunde 2007 einvernehmlicher ablaufen wird."

In dieser zweiten Antragsrunde im nächsten Jahr haben auch noch alle Anträge eine Chance, die im Rahmen der ersten Runde positiv begutachtet wurden, aber aufgrund des eingeschränkten Finanzrahmens nicht zum Zuge kamen.


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