Deutscher Studienpreis 2005 verliehen

(bikl) Am 2. Mai 2005 verlieh die Körber-Stiftung den diesjährigen Deutschen Studienpreis. Sie vergab insgesamt 50 Preise im Gesamtwert von 100 000 Euro. Ausgezeichnet wurden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre Forschungsbeiträge zum Thema "Mythos Markt?". Die Zeremonie fand im Leibnizsaal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Die Preise übergaben Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D. und Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen Studienpreises, und Wolf Schmidt, Vorstand der Körber-Stiftung. Bis zur letzten Minute spannend blieb es für die 15 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die es in die Finalrunde des Wettbewerbs für Forschende bis 30 geschafft hatten. Am Wochenende präsentierten sie der Jury ihre Wettbewerbsbeiträge und konkurrierten damit um die fünf ersten Preise. Die Spitzenpreisträger gab die Körber-Stiftung erst bei der Verleihung bekannt.

03.05.2005 Artikel
  • © David Ausserhofer

Die mit jeweils 5000 Euro dotierten Erstpreise gingen an sechs Forscherinnen und einen Forscher: Die Geschichtsstudentin Anne Giebel (München) und Christian Apfelbacher, Student der Pflegewissenschaften (London), suchten in ihrer breit angelegten Studie Gründe für den wachsenden Pflegenotstand und machten Vorschläge zu dessen Behebung. Die Doktorandin der Betriebswirtschaft Doris Eikhof (Hamburg) untersuchte Arbeitsformen am Theater. An den Bühnen, so Eikhofs These, wird heute schon so gearbeitet wie es künftig in vielen Bereichen der Fall sein könnte: in zeitlich befristeten Projekten, mit loser Bindung an das Unternehmen und stark marktgesteuert. Die Psychologin Christin-Melanie Fuchs aus Regensburg untersuchte kulturelle Missverständnisse im deutsch-brasilianischen Arbeitsalltag. "Wozu noch studieren?" lautet die provokative Frage von Karen Mühlenbein aus Hamburg und ihrer Oldenburger Kommilitonin Christiane Mück. Die beiden Betriebswirtinnen belegen in ihrer Studie, dass ein akademischer Abschluss heute kaum noch Vorteile bei Einkommen und Karriere bringt. Die Designerin Susanne Ludwig überzeugte die Jury mit einer Fotoreihe, die Räumlichkeiten insolventer Firmen zeigt.

Weitere Informationen:

Deutscher Studienpreis
Wettbewerbsstart

Die Körber-Stiftung will mit ihren Projekten Bürgerinnen und Bürger aktiv an gesellschaftlichen Diskursen beteiligen. Sie versteht sich in diesem Sinne als ein Forum für Impulse. Chancen zur Mitwirkung bietet das Forum besonders in den Bereichen Politik, Bildung, Wissenschaft und Internationale Verständigung.
Wer sich als Bürger engagiert, kann Wissen weitergeben, Probleme identifizieren und Aktivitäten anregen. Mit diesen Impulsen setzen die Teilnehmer wichtige Akzente zur Alltagskultur der Demokratie.


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