Deutsches Studentenwerk: "Deutschland von Zielen des Dresdener Bildungsgipfels weit entfernt"

- Neue OECD-Bildungsstudie: Weiterhin zu wenig öffentliche und private Ausgaben für Bildung in Deutschland, Bedarf an Hochqualifizierten nicht gedeckt - Deutsches Studentenwerk (DSW) kritisiert: Ziele des Bildungsgipfels noch lange nicht erreicht - DSW-Präsident Rolf Dobischat fordert massive und effiziente Investitionen ins Hochschulsystem

08.09.2009 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

Für das Deutsche Studentenwerk (DSW) macht der heute veröffentlichte OECD-Bildungsbericht "Bildung auf einen Blick" klar, wie weit Deutschland von dem auf dem Dresdener Bildungsgipfel 2008 formulierten Ziel entfernt ist, 10% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Bildung auszugeben. Laut OECD machen die privaten und die öffentlichen Bildungsausgaben in Deutschland nur 4,8% des BIP aus. Zudem schaffe es das deutsche Bildungssystem nicht, so kritisiert die OECD, den Bedarf an Hochqualifizierten ausreichend zu decken. DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat zieht den Schluss: "Wir brauchen erhebliche Investitionen auf allen Stufen unseres Bildungswesens, ganz besonders aber im Hochschulsystem."

Dobischat erklärte in Berlin: "Die OECD legt einmal mehr den Finger in die offene Wunde: Deutschland tut, allen Wahlkampfbeteuerungen zum Trotz, zu wenig für die Bildung. Von den Zielen des Bildungsgipfels von 2008 sind wir weit entfernt."

Das deutsche Hochschulsystem müsse dringend quantitativ sowie auch qualitativ ausgebaut werden, fordert Dobischat. Nur so könne der künftige Bedarf an Hochqualifizierten gedeckt werden. "Wir brauchen neben den zusätzlichen Studienplätzen, die über die Hochschulpakte realisiert werden sollen, flankierende Investitionen für eine bessere Lehre und ganz dringend auch in die soziale Infrastruktur des Studiums", sagte Dobischat. "Hochschulen und Studentenwerke müssen endlich ausreichend finanziert werden!"

Die OECD weise zu Recht darauf hin, wie dringend Deutschland zur nachhaltigen Sicherung seiner Wirtschaftskraft und Innovationsfähigkeit auf Hochschulabsolventen angewiesen sei. "Die deutsche Bildungspolitik muss alles daran setzen, ein Hochschulstudium so attraktiv wie möglich zu machen", so Dobischat.

Dass laut OECD der Anteil der Studienabbrecher in Deutschland rückläufig sei, begrüßte Dobischat. Ob dies tatsächlich, wie die OECD schreibt, mit den neuen Bachelor- und Master-Abschlüssen zusammenhänge, bezweifelte er allerdings. "Die Studierendenproteste dieses Sommers haben gezeigt, dass wir bei Bachelor und Master dringenden Reformbedarf haben. Die neuen Studiengänge müssen flexibilisiert, die Betreuung und Beratung der Studierenden muss besser werden. Eben deshalb brauchen wir zusätzliche Investitionen."


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