Plagiatsfall Schavan

DHV stellt sich vor Universität Düsseldorf

Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), Professor Dr. Bernhard Kempen, hat die Universität Düsseldorf vor Kritik der Allianz der Wissenschaftsorganisationen in Schutz genommen: "Die Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat volles Vertrauen, dass die Universität Düsseldorf im Plagiatsfall Schavan ein rechtmäßiges und ordnungsgemäßes Verfahren durchführt. Dies hat auch das Gutachten des Kollegen Gärditz eindrucksvoll bestätigt." Professor Klaus Gärditz hatte sich umfassend gutachterlich mit dem bisherigen Vorgehen der Universität Düsseldorf befasst und keine Verfahrensfehler finden können.

21.01.2013 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Der Hinweis der Allianz, dass bei der Aberkennung des Doktorgrades Verfahrenselemente wie das Mehraugen-Prinzip, die Trennung von Begutachtung, Bewertung und Entscheidung sowie eine angemessene Berücksichtigung des Entstehungskontextes oder die Hinzuziehung einschlägiger fachwissenschaftlicher Expertise unerlässlich seien, finde im Gesetz keine Grundlage: "Die Universität Düsseldorf ist Herrin des Verfahrens, die Allianz ist hieran nicht beteiligt. Daher wäre Zurückhaltung angezeigt", erklärte Kempen. Auch der Verweis auf die Richtlinien der DFG zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, die laut Allianz als Grundlage für den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten gelten müssten, führe in die Irre: "Rechtlich unverbindlichen Empfehlungen können geltendes Recht nicht ersetzen" betonte Kempen.

"Hochrangige Vertreter der Wissenschaft erweisen der Wissenschaft einen Bärendienst, wenn sie den fatalen Eindruck entstehen lassen, politisch wünschenswerte Ergebnisse könnten öffentlich herbeigeredet werden", so Kempen weiter. "Die Universität Düsseldorf verdient Anerkennung und Respekt. Statt ein rechtlich einwandfreies Verfahren zu diskreditieren und die Hochschule unter Druck zu setzen, sollten alle Beteiligten den Fakultätsrat seine Arbeit verrichten lassen."


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