"Eine bedeutende Vermittlerin zwischen Juden und Christen"

Die jüdische Theologin und Historikern Ruth Lapide ist vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, zur Ehrenprofessorin des Landes ernannt worden. "Ruth Lapide ist eine bedeutende Vermittlerin zwischen Juden und Christen, die sich in ganz besonderer Weise auch für die Verständigung zwischen der Bundesrepuiblik Deutschland und dem Staat Israel einsetzt", sagte der Minister bei der Verleihung des Ehrentitels in der Wiesbadener Staatskanzlei. Die Annäherung der drei großen monotheistischen Religionen gehöre zu ihren wichtigen Themen.

29.08.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

1929 im fränkischen Burghaslach geboren, floh Ruth Lapide als Zehnjährige mit ihren Eltern vor den Nationalsozialisten in das damals noch britische Mandatsgebiet Palästina. Dort lernte sie ihren Mann kennen, den späteren Diplomaten, Theologen und Religionswissenschaftler Pinchas Lapide. Ruth Lapide studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem Politologie, Geschichte und Judaistik mit dem Schwerpunkt der Entstehung des Christentums innerhalb des Judentums. Nachhaltigen Niederschlag fand die Arbeit des Ehepaars in etwa 60 Büchern sowie unzähligen Radio- und Fernsehbeiträgen, Seminaren und Vorträgen, vor allem an Evangelischen Akademien.

Mitte der siebziger Jahre kamen Ruth und Pinchas Lapide nach Deutschland und ließen sich in Frankfurt am Main nieder, wo sie ein neues Zuhause aufgebaut haben. Pinchas Lapide starb 1997. Mit unvermindertem Engagement widmet sich Ruth Lapide seit dem Tod ihres Mannes – zum Teil gemeinsam mit ihrem Sohn Yuval – weiterhin ihrer Lebensaufgabe. Unter anderem lehrt sie an der Evangelischen Fachhochschule in Nürnberg. Im Jahr 2000 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und 2003 den Hessischen Verdienstorden.

Mit dem Ehrentitel Professor werden nach dem hessischen Hochschulgesetz Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um Wissenschaft und Kunst verdient gemacht haben. Er wird auf Vorschlag des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst und durch Kabinettsbeschluss verliehen.


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