Entwicklung der Agrarwissenschaften in Deutschland

Die GWK hat sich auf ihrer Sitzung am 30. März 2009 mit der Entwicklung der Agrarwissenschaften in Deutschland seit 2006 befasst. Im Jahr 2006 hat der Wissenschaftsrat Empfehlungen zur Entwicklung der Agrarwissenschaften in Deutschland im Kontext benachbarter Fächer (Gartenbau-, Forst- und Ernährungswissenschaften) verabschiedet, über deren zwischenzeitliche Umsetzung nunmehr die GWK Bilanz gezogen hat.

30.03.2009 Pressemeldung Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern

Zentrales Ziel der Empfehlungen des Wissenschaftsrates war eine deutliche Konzentration und Stärkung der agrarwissenschaftlichen Kapazitäten in Deutschland.

Die GWK konnte heute feststellen, dass man diesem Ziel in der Kürze der Zeit seit 2006 ein gutes Stück näher gekommen ist. Insbesondere wurde der Kernkritik des Wissenschaftsrates, die sich auf die Zersplitterung der Agrar- und Ernährungswissenschaften bezog, durch eine Vielzahl von Vernetzungen, Konzentrationen und Forschungsbündelungen begegnet. Es gibt eine Vielzahl von strukturellen Veränderungen an einzelnen Standorten, aber insbesondere auch standortübergreifend, mit denen Standorte gestärkt und Forschungsressourcen gebündelt werden: Besonders hervorzuheben sind Verzahnungen zwischen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Hochschulen (z.B. zwischen der Universität Bonn und dem Forschungszentrum Jülich) sowie länderübergreifende Kooperationen (z.B. zwischen dem agarwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Kassel und der agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen). In Sachsen-Anhalt wurde ein Interdisziplinäres Pflanzenforschungszentrum zwischen der Martin-Luther-Universität in Halle, dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (ebenfalls in Halle) und dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IKP) in Gatersleben gegründet. Außerdem wird die Einführung des "Forschungsinformationssystems Agrar/Ernährung" (FISA) die Koordinierung und Vernetzung von Forschungsaktivitäten deutlich erleichtern.

Mit dem BMBF-Wettbewerb zur Förderung von Kompetenznetzen für zukunfts- und anwendungsorientierte Themen der Agrar- und Ernährungsforschung wird der Vernetzungsprozess über fünf Jahre mit 40 Millionen Euro unterstützt.

Auch in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Internationalisierung der Agrarwissenschaften wurden in den vergangenen beiden Jahren große Fortschritte erzielt.

Weitere bundes- und länderspezifische Beispiele für die eingetretenen Veränderungen sind dem Bericht zu entnehmen, der in Kürze in den Materialien der GWK erscheinen wird.


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