Europa braucht mehr weibliche Hochschulabsolventen in technischen Studiengängen
Die neueste Studie von UPDATE (Understanding and Providing a Developmental Approach to Technology Education) befragte 1700 europäische Studierende über Hindernisse, mit denen sie sich auf ihrem Bildungsweg auseinandersetzen müssen. Diese UPDATE-Studie wurde erstellt, zusammengefasst und analysiert von Prof. Dr. Doina Balahur von der Alexandru Ioan Cuza Universität in Rumänien. Um die Position der EU als dynamische wissensbasierte Wirtschaftsmacht auszubauen, müssen europäische Entscheidungsträger herausfinden wie junge Leute - insbesondere junge Frauen - dazu motiviert werden können sich für technische Studiengänge zu entscheiden.
17.12.2008 Pressemeldung Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.Die Studie zeigt Anreize und Hindernisse auf, warum Studierende sich für oder gegen ein Studium in Naturwissenschaft oder Technik entscheiden. Zusätzlich werden individuelle Laufbahnen durch Fallstudien illustriert. 17 Themenbereiche wie beispielsweise Familientradition, Rollen-Modelle, Erziehung während verschiedener Altersstufen und Karrierechancen decken hinderliche und motivierende Faktoren für die Studentinnen und Studenten auf. Die befragten Studierenden kommen aus Österreich, Frankreich, Finnland, Deutschland, Griechenland, Rumänien, der Slowakei und Spanien.
Förderliche Faktoren, die Studentinnen und Studenten motivieren, sich für einen technischen Studiengang zu entscheiden:
- Die Themen Wissenschaft und Technik sollten schon in die frühkindliche Bildung integriert werden
- Ein experimenteller, intuitiver und toleranter Lehrstil und Unvoreingenommenheit gegenüber dem Geschlecht, sind Elemente, die technische Bildung fördern
- Die Unterstützung der Eltern ist wichtig im Hinblick auf eine naturwissenschaftlich-technische Karriere.
- Wichtige Bedingungen für eine naturwissenschaftlich-technische Karriere können Selbstbewusstsein, Kreativität und eine unabhängige Persönlichkeit mit einem hohem Maß an Selbstdisziplin sein - was heißen soll, dass Schwierigkeiten als Herausforderung wahrgenommen werden. Diese Faktoren scheinen dagegen hinderlich zu sein:
- Eine frühe geschlechtsvoreingenommene Erziehung, wenig Interesse der Eltern und zu theoretisches Lernen in der Schule scheint Studierende eher daran zu hindern, Naturwissenschaft oder Technik zu studieren.
- Der existierende Wettbewerbsdruck in naturwissenschaftlich-technischen Berufsfeldern schreckt junge Menschen ab - besonders Mädchen
- Junge Frauen schrecken vor der Doppelbelastung der Kindererziehung plus naturwissenschaftlich-technischer Karriere zurück
- Andere demotivierende Gründe für die Interviewten beider Geschlechter sind geringe Unterstützung durch Lehrkräfte und existierende institutionelle Barrieren
UPDATE-Wissensportal und Newsletter-Service
Die UPDATE-Website update.jyu.fi bietet für Lehrkräfte, Bildungsverantwortliche und weitere Interessierte ein ständig wachsendes Wissensportal und einen Newsletter-Service an. In Form eines expertengeführten Wikis zum Thema Technikbildung werden Neuigkeiten, Termine, Forschungsergebnisse und gute Beispiele vorgestellt. UPDATE berichtet z.B. über neue Konzepte für jüngste Besucherinnen und Besucher in Technikmuseen in Europa, den erstaunlich erfolgreichen Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag in Deutschland, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden oder das rumänische Projekt "Be a Science Teacher for a Week". UPDATE bezieht als innovativer Ansatz die gesamte Bildungskette von Kindergarten und Schule bis hin zur Ausbildungs- und Studienfachwahl ein. Als Forschungsschwerpunkt wird untersucht, warum insbesondere Mädchen beim Durchlaufen der verschiedenen Stufen des Bildungssystems aus der Technikbildung herausfallen. Neue Wege und Methoden sollen entwickelt werden, um das Image von Technik und technischen Karrieren für Mädchen und Jungen zu verbessern. Insbesondere Mädchen und junge Frauen sollen angeregt werden, Technik und Ingenieurwesen als Karriereoption zu nutzen und moderne Technologien aktiv anzuwenden.
Das Forschungsprojekt UPDATE wird von der Europäischen Union gefördert und ist Teil des 6. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Gemeinschaft.
Mehr Informationen:
update.jyu.fi
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Projektpartner und Kontaktpersonen
Universität Jyväskylä, Finnland, www.jyu.fi/
Dr. Aki Rasinen, Dr. Marja Kankaanranta, Dr. Leena Turja, Päivi Fadjukoff
Universität Glasgow, Großbritannien, www.glasgow.ac.uk/
John R. Dakers und Wendy Dow
IUFM Universitäres Institut für Lehrerbildung Aix-Marseille, Frankreich, www.aix-mrs.iufm.fr/
Prof. Jacques Ginestié, Pascale Brandt-Pomares,
"Alexandru Ioan Cuza" Universität Iasi, Rumänien, www.uaic.ro/
Prof. Dr. Doina Balahur
Ovidius Universität Constanta, Rumänien, www.univ-ovidius.ro/imim/
Prof. Ph.D. Valentina Pomazan,
Universität Tallinn, Estonia, www.tlu.ee/
Ene Lind,
Fachhochschule Dortmund, Ada-Lovelace-Mentoring e.V., Deutschland, www.fh-dortmund.de/
Prof. Dr. Sylvia Neuhäuser-Metternich,
Universität Koblenz, Ada-Lovelace-Projekt, Deutschland, www.uni-koblenz-landau.de/
Dr. Martina Endepohls-Ulpe,
FCRI Katalonische Stiftung für Forschung und Innovation, Spanien, www.fcri.es/
Dr. Jordi Mas, Janira Tor,
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit, Deutschland, www.kompetenzz.de/
Sabine Mellies, Carmen Ruffer,
Philosophisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften Bratislawa, Slowakei, www.klemens.sav.sk/fiusav/index_en.php
Prof. Tatiana Sedová,
Pädagogische Hochschule Wien, Österreich, www.phwien.at
Prof. Dr. Josef Seiter,
Istituto Tecnico per Attivita Sociali Galileo Galileo, Italien, www.itasgalileijesi.it
Prof. Cristina Pavisic
Aristoteles Universität, Abteilung für Maschinenbau, Griechenland, isag.meng.auth.gr/home.html
Prof. Dr. Ing. Kostas Karatzas,
Universität Complutense zu Madrid, Spanien, www.ucm.es/
Dr. Jesus Pintor, , Prof. Maria Asuncion Peral Cerda
IDEC S.A, Griechenland, www.idec.gr/
Xenia Chronopoulou,
Für weitere Informationen können Sie sich gern an die oben angeführten Projektpartner wenden.
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