Fachhochschulen in Ludwigshafen fusionieren zum Sommersemester 2008
Die Fachhochschule Ludwigshafen und die Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen fusionieren zum Sommersemester 2008. Nachdem der rheinland-pfälzische Ministerrat einer Übernahme der Evangelischen Fachhochschule Ludwigshafen bereits vorgestern grundsätzlich zugestimmt hatte, votierte heute nun auch die Kirchenregierung der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) für die Zusammenführung der beiden Bildungseinrichtungen.
25.10.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz"Diese Entscheidung macht Sinn. Sie sichert ein qualitativ hochwertiges Studienangebot am Wissenschaftsstandort Ludwigshafen", sagte Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Seitens der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) sagte Oberkirchenrätin Karin Kessel, dass eine zukunftsorientierte Lösung gefunden worden sei, mit der sowohl die Studienplätze als auch die Arbeitsplätze in Ludwigshafen erhalten würden.
Wegen des Rückgangs der Kirchensteuereingänge hatte sich die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) im Jahre 2005 an das Wissenschaftsministerium gewandt und dem Land die Übernahme der Evangelischen Fachhochschule angeboten.
Nach zahlreichen Verhandlungsrunden zwischen dem Ministerium, der Evangelischen Kirche und den beiden betroffenen Fachhochschulen stimmte der Ministerrat nun diesem Angebot zu. Dafür waren im Wesentlichen zwei Gründe ausschlaggebend. Die Evangelische Kirche hatte deutlich gemacht, dass sie sich angesichts gravierender Finanzierungsprobleme bei einer Nichtübernahme durch das Land Rheinland-Pfalz zu einer Schließung ihrer Fachhochschule gezwungen sähe. "Wir möchten aber das Studienangebot der Evangelischen Fachhochschule, das sich großer Nachfrage erfreut und die Fachhochschulen des Landes insgesamt entlastet, aufrecht erhalten", sagte Ahnen.
Zum anderen hatte eine im Jahr 2003 eingesetzte Gutachtergruppe, die sich mit der Zukunft der rheinland-pfälzischen Fachhochschulen beschäftigte, für die Fachhochschule Ludwigshafen empfohlen, die Dominanz der Wirtschaftswissenschaften im Studienangebot zu reduzieren und daneben neue Fächer aufzubauen. Durch eine Fusion mit der Evangelischen Fachhochschule kann das Fächerangebot der Fachhochschule Ludwigshafen um Studienangebote im Bereich soziale Arbeit und Pflege erweitert werden. "Ich sehe darin eine sinnvolle Ergänzung des Fächerangebots der Fachhochschule Ludwigshafen", kommentierte die Ministerin.
Mit der Fusion entstehen dem Land Rheinland-Pfalz über 700.000 Euro Mehrkosten pro Jahr. "Dem stehen als Vorteile die Entwicklungsperspektiven der Fachhochschule und der Erhalt eines attraktiven Studienangebots gegenüber", urteilte Ahnen.
Seitens der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) sagte Oberkirchenrätin Kessel: "Die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) dankt ausdrücklich dem Land Rheinland-Pfalz, insbesondere Frau Ministerin Doris Ahnen, die Verständnis für die Situation der Landeskirche zeigte. Die Verhandlungen verliefen von Anfang an sehr konstruktiv. Die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) wird sich nicht ganz aus der Fachhochschule zurückziehen. Um das Studienangebot der Evangelischen Ethik aufrechtzuerhalten, wird jährlich ein Betrag in Höhe von 100.000 € zur Verfügung gestellt. Das Angebot richtet sich insbesondere an die Studierenden, die nach dem Studium im kirchlichen Bereich einen Arbeitsplatz suchen und sich schon während des Studiums für den kirchlichen und diakonischen Bereich profilieren wollen."
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