Fraunhofer-ISIT in Itzehoe wächst um 2000 Quadratmeter und 200 neue Jobs
Die weltweit wachsende Nachfrage nach Spitzentechnologie im Bereich der Mikro-Elektronik und Mikrosystemtechnologie wird voraussichtlich noch in diesem Jahr einen kräftigen Wachstumsschub für das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) in Itzehoe nach sich ziehen: Wie Wissenschaftsminister Dietrich Austermann, Fraunhofer-Vorstand Prof. Dr. Ulrich Buller sowie ISIT-Leiter Dr. Wolfgang Windbracke heute (26. Juni) in Itzehoe bekannt gaben, soll das 150 Mitarbeiter starke Institut mit einer 45-Millionen-Euro-Investition um 2000 Quadratmeter und langfristig um 200 zusätzliche Arbeitsplätze erweitert werden.
26.06.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-HolsteinNeben dem Bau eines neuen Reinraums für die Mikrochip-Entwicklung und -Produktion erhält das Institut in den kommenden zwei Jahren für rund zehn Millionen Euro auch neue Fertigungsanlagen, mit denen Siliziumscheiben (so genannte Wafer) der modernsten Generation bearbeitet werden können. Austermann stellte eine Landesförderung in Höhe von 7,5 Millionen Euro für die beabsichtigte Modernisierung der Halbleiteranlage in Aussicht. Den Rest steuert die Fraunhofer-Gesellschaft zu diesem Projekt bei. Auch bei der Erweiterung des ISIT wird das Land EU-Fördermittel für die Investitionskosten einsetzen.
"Das ISIT besitzt in Deutschland die größte Kapazität und Kompetenz in der Forschung und Entwicklung der Mikrosystemtechnik und Leistungselektronik. Im Rahmen seiner industriellen Auftragsforschung hat das Institut einen stabilen Kundenstamm von über 350 Unternehmen, davon etwa 50 aus Schleswig-Holstein. Durch die Modernisierung unterstützen wir das ISIT, die aktuellen Kunden am Standort Itzehoe langfristig zu halten und weitere Industrieansiedlungen zu ermöglichen", sagte Austermann. Das ISIT werde bundesweit ein immer bedeutenderer Ansprechpartner für die Industrie. Weltweit gebe es bisher nur wenige, vergleichbar leistungsfähige Einrichtungen. Schon jetzt aber sei der bestehende Reinraum bis an die Grenzen ausgelastet. Austermann: "Durch die geplante Erweiterung auf der bereits errichteten Bodenplatte des Philips-Tochterunternehmens SMI und die Übernahme des Verwaltungsgebäudes kann die Angebotspalette der Forschungseinrichtung erheblich ausgedehnt und die kontinuierliche Weiterentwicklung des High-Tech-Standortes Itzehoe gewährleistet werden."
Wie ISIT-Leiter Dr. Windbrake sagte, ist der Bau eines separaten Gebäudes neben dem bestehenden Reinraum mit 1000 Quadratmetern nutzbarer Reinraumfläche sowie Büro- und Messlaborflächen geplant. Windbracke: "Das Realisierungskonzept sieht vor, auf den Immobilienbestand von SMI neben dem ISIT aufzubauen, das heißt sowohl die Bodenplatte für den Reinraum und Messlabore als auch das Bürogebäude zur Unterbringung der im Endausbau sicherlich erforderlichen neuen Mitarbeiter zu benutzen."
Der ISIT Ausbau zielt laut Fraunhofer-Vorstand Prof. Buller auf die Stärkung und Modernisierung folgender Themenbereiche: Komponenten der Leistungselektronik, Energiespeicherung, Mikro- und Nanosystemtechnik, sowie die Aufbau- und Verbindungstechnik.
Im neu ausgebauten Reinraumgebäude unter der eigentlichen Reinraumebene ist eine Ausbaufläche vorgesehen, die speziell für Unternehmen ausgerichtet sein wird, die erstmalig in Dimensionen vorstoßen, für die eine staubarme oder staubfreie Umgebung benötigt wird. Dies sind etwa Firmen der Mikrobiologie und Medizintechnik, die so geringe Flüssigkeitsmengen handhaben, dass bereits kleinste Staubpartikel störend sind. Diese Verfügungsfläche, die zur Ansiedlung neuer Unternehmen in Itzehoe dient, wird zusammen mit dem IZET vermarktet.
Spätestens 2011 sollen die neuen Reinraumlabore fertiggestellt und vom ISIT genutzt werden.
Keine Kommentare vorhanden