Günstiger Wohnraum für angehende Mediziner

Bereits Ende November war es voll belegt − das ehemalige Schwesternwohnheim an der Sandhöfer Allee auf dem Medizincampus Niederrad der Universität, das mit einem Kostenaufwand von 6,7 Millionen Euro saniert und zum Studierendenwohnheim umgebaut worden ist: 165 überwiegend möblierte Einzimmerappartements mit 17 bis 20 Quadratmeter Fläche und eigenem Sanitärbereich sowie Pantryküche bieten zeitgemäßen studentischen Wohnkomfort. Die monatlichen Mietpreise bewegen sich zwischen 275 und 295 Euro.

17.12.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Anlässlich der heutigen offiziellen Übergabe sagte Staatssekretär Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz: "Die Kooperation von Universität, Studentenwerk, Hessischem Baumanagement und Land hat sich erneut bewährt, um der am Studienstandort Frankfurt besonders hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum abzuhelfen." Dazu hatte das Land Hessen hat dem Studentenwerk Frankfurt am Main das 1.700 qm große Grundstück unentgeltlich im Wege des Erbbaurechtes überlassen. Lorz wies darauf hin, dass dieses Projekt das in Deutschland beispiellose und einzigartige Hochschulentwicklungs- und -umbaubauprogramm HEUREKA flankiere, das bis 2020 Investitionen von drei Milliarden Euro vorsieht.

Die rasche Belegung wertete auch Prof. Dr. Rudolf Steinberg, Präsident der Universität Frankfurt, als deutliches Zeichen für die hohe Nachfrage. Er würdigte die gemeinsamen Anstrengungen von Land, Universität und dem Studentenwerk als Investor, hier rasch Abhilfe zu schaffen. "Das Studentenwerk und die übrigen Frankfurter Wohnheimträger sind auf gutem Wege, das ehrgeizige Ziel von 1.000 zusätzlichen Wohneinheiten in Frankfurt am Main zu erreichen." Seit November seien weitere 280 Einheiten, darunter die 165 Appartements im Haus 56 an der Sandhöfer Allee und 114 Einheiten auf dem Campus Riedberg hinzugekommen.

Im kommenden Jahr werden weitere Kapazitäten zur Verfügung stehen: 425 Wohneinheiten sind dann in dem von den Kirchen errichteten Studierendenwohnheim auf dem Campus Westend bezugsfertig. Das Studentenwerk schätzt den Wohnheimplatzbedarf auf mehr als 4.000 Einheiten ein; dies entspricht einer Versorgungsquote von etwa 10 Prozent der Studierenden am Studienstandort Frankfurt. Bis 31. Oktober 2007 standen bereits knapp 3.000 Wohnheimplätze zur Verfügung, darunter 1.646 vom Studentenwerk angebotene Plätze.

Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, appellierte an Bund und Länder, ein Investitionsprogramm für die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Studiums aufzulegen. Mittel stünden aus dem Wohnraumförderungsgesetz im Rahmen der Föderalismusreform zur Verfügung: "Die Exzellenzinitiative stärkt die Forschung in Deutschland, der Hochschulpakt ist ein erster, wichtiger Schritt hin zu mehr Studienplätzen. Allerdings sind nun auch flankierende Investitionen in die soziale Infrastruktur des Studiums notwendig. Denn was bringen neue Studienplätze, wenn den Studierenden das Dach über dem Kopf fehlt?" Die bis 2020 zusätzlich zu erwartenden Studierenden seien ebenso wie die derzeit zwei Millionen Studierenden dringend auf preisgünstigen Wohnraum angewiesen, so Meyer auf der Heyde. "Gerade für Studierende aus einkommensschwächeren Familien ist er unverzichtbar." Besonders wichtig sei ein Wohnheimplatzangebot auch für ausländische Studierende, die sich nicht immer erfolgreich auf dem privaten Wohnungsmarkt durchsetzen könnten.

Der Studiendekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Dr. Frank Nürnberger lobte die Einheit von Leben und Studieren. Kurze Wege seien ein wichtiger Faktor, um ein Studium erfolgreich zu absolvieren. Junge Menschen, die vor der Entscheidung stehen, ob sie studieren sollen, würden nicht nur auf die Qualität der Lehre achten, meinte Nürnberger, sondern auch auf die sozialen Rahmenbedingungen eines Studiums. "Ein ausreichendes und bezahlbares Wohnangebot in unmittelbarer Nachbarschaft werden auch für die Attraktivität des Klinikums bei der Gewinnung von jungen Medizinern eine wichtige Rolle spielen." Das Bereitstellen von studentischem Wohnraum muss Teil öffentlicher Daseinsvorsorge sein, um unsere Gesellschaft kontinuierlich mit wissenschaftlichem Nachwuchs auszustatten.

"Die zusätzlichen Kapazitäten haben die Situation auf dem studentischen Wohnungsmarkt zu Beginn des laufenden Wintersemesters bereits entschärft", so Konrad Zündorf, Geschäftsführer des Studentenwerks Frankfurt am Main. Das sei in Frankfurt am Main, das bundesweit zu den Städten mit den höchsten Mieten und den knappsten Wohnungsangeboten gehöre, ein bedeutender Schritt. Zündorf machte darauf aufmerksam, dass die Wohnangebote des Studentenwerks Frankfurt am Main im Vergleich zum Mietwohnungsmarkt mindestens ein Drittel günstiger sind. Anfang 2009 wird das Studentenwerk auf dem Campus der Fachhochschule 50 Studierendenappartements anbieten und hofft, in 2010 vierzig weitere Wohnungen in Bahnhofsnähe fertig stellen zu können. Über ein weiteres Wohnprojekt von ungefähr 600 Unterkünften in der Nähe des Campus Westend führen Land, Universität und Studentenwerk Gespräche. "Der Anspruch der Universität und der Hochschulen in Frankfurt am Main, zu den besten Einrichtungen zu gehören, soll sich auch bei der Infrastruktur für die Studierenden widerspiegeln", so Zündorf.

Die symbolische Schlüsselübergabe nahm Horst Nothnagel, Leiter der Regionalniederlassung Frankfurt des Hessischen Baumanagements, vor, das das Vorhaben verantwortlich betreut hat. Nothnagel wies auf die architektonischen Besonderheiten des Gebäudes hin, das als eines der ersten Hochhäuser im Raum Frankfurt in reiner Mauerbauweise erstellt worden war. Die Sanierungskosten lagen übrigens deutlich unter der veranschlagten Summe von 7,64 Millionen Euro; wesentlicher Grund dafür war eine günstige Wettbewerbssituation.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden