GEW Schleswig-Holstein

Gymnasiale Lehrerausbildung: Der Untergang des Abendlandes wird ausfallen

"Egal, wer nach der Landtagswahl regieren wird: Der Untergang des Abendlandes, den der Philologenverband heute so schön an die Wand gemalt hat, wird ausfallen. Auch mit der von den Philologen prognostizierten "Republikflucht" der Gymnasiallehrerinnen und –lehrer ist wohl eher nicht zu rechnen. Unabänderlich wird es aber sein, die Ausbildung der Gymnasiallehrerinnen und –lehrer in eine umfassende und zwingend notwendige Reform der Lehrausbildung in Schleswig-Holstein einzubeziehen", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Donnerstag, 8. März 2012 zu Äußerungen des Philologenverbandes.

08.03.2012 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Zur Begründung verwies der GEW-Landesvorsitzende auf die offenkundigen Defizite der bisherigen Gymnasiallehrerausbildung wie mangelnder Praxisbezug, Überbetonung der Fachlichkeit und Vernachlässigung der Pädagogik hin. Darüber hinaus führe ja nicht nur das Gymnasium, sondern auch die Gemeinschaftsschule zum Abitur, so dass es keinen nachvollziehbaren Grund mehr für eine exklusive Ausbildung der Gymnasiallehrerinnen und -lehrer gebe.

Die GEW selbst tritt für eine gleichlange und gleichwertige Ausbildung aller Lehrerinnen und Lehrer ein, und zwar in einem dreijährigen Bachelor- und einem zweijährigen Master-Studiengang. Für sie muss Pädagogik im Zentrum der Ausbildung stehen. Um eine stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis zu erreichen, schlägt die Gewerkschaft vor, die Praxisanteile im Studium zu erhöhen. Vom reinen Stufenlehrer hat sie sich hingegen verabschiedet. Geht es nach ihren Vorstellungen, sollen die Universitäten alle Lehrerinnen und Lehrer auf jeden Fall für die Sekundarstufe I, also die Klassen 5 bis 10, ausbilden. Die angehenden Lehrkräfte sollen dann entweder die Primarstufe (Grundschule) oder die Sekundarstufe II (Gymnasiale Oberstufe) hinzu wählen. Eine enge Verknüpfung von erziehungswissenschaftlichen, fachlichen und fachdidaktischen Anteilen soll dann dafür sorgen, dass die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer besser ihren Anforderungen in den Schulen gerecht werden.

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