Hochschulpakt II: Deutsches Studentenwerk fordert 20.000 zusätzliche Wohnheimplätze
Vor den heutigen Beratungen von Bund und Ländern über die Finanzierung von 275.000 zusätzlichen Studienplätzen im Rahmen des Hochschulpakts II bekräftigt das Deutsche Studentenwerk (DSW) seine Forderung, auch in die soziale Infrastruktur des Studiums zu investieren. "Wir benötigen für die vielen zusätzlichen Studienanfänger der kommenden Jahre rund 20.000 zusätzliche Wohnheimplätze", forderte DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat vor der heutigen Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern in Berlin. Den Gesamtinvestitionsbedarf für diese 20.000 neuen Wohnheimplätze beziffert das Deutsche Studentenwerk auf rund 700 Millionen Euro.
30.03.2009 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk"Das künftige Studierendenhoch ist eine einmalige Chance für Deutschland, gerade angesichts der Krise. Die Wirtschaft, die Politik und das deutsche Hochschulsystem müssen alles für gute Studienbedingungen tun, und dazu gehören auch gute Service- und Beratungsangebote", sagte Dobischat.
"Eine Bereitstellung von Finanzmitteln nur für Studienplätze greift zu kurz", betonte Dobischat. "Die künftigen Studierenden brauchen auch gute, studienbegleitende Beratung, sie brauchen campusnahe Verpflegung und vor allem ein Dach über dem Kopf." Das "strukturelle Defizit", dass beim Hochschulpakt I keine Investitionen in die soziale Infrastruktur vorgesehen waren, dürfe sich beim Hochschulpakt II nicht fortsetzen, mahnte der DSW-Präsident.
Bund und Länder hatten beim Bildungsgipfel im Herbst erklärt, die Studienanfängerquote im Bundesdurchschnitt auf 40 Prozent eines Jahrgangs zu steigern und das Potenzial von zusätzlich 275.000 Studienfängern durch einen entsprechenden Ausbau von Studienplätzen in den Jahren 2011 bis 2015 ausschöpfen zu wollen. Im Durchschnitt wären dies 55.000 zusätzliche Studienanfänger jährlich.
Für Studierende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, sind die Studentenwerks-Wohnheime die mit Abstand preisgünstigste Wohnform. Die durchschnittliche Monatsmiete beträgt gerade einmal rund 190 Euro - einschließlich aller Nebenkosten und vielerorts auch schon mit Internetanschluss. Die 58 Studentenwerke bieten derzeit 180.000 Wohnheimplätze in mehr als 1.000 Wohnanlagen.
Keine Kommentare vorhanden