Hochschulprojekt "Sayner Hütte" geht in die zweite Phase
Vertreterinnen und Vertreter ihrer jeweiligen Disziplinen zusammenzubringen, ist das Anliegen des Dialogs "Kultur und Wissenschaft", den das Land Rheinland-Pfalz zum nunmehr fünften Mal veranstaltete. Schauplatz war die Sayner Hütte in Bendorf-Sayn.
24.10.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzSeit Jahresbeginn entwickeln zahlreiche Studierende rheinland-pfälzischer Fachhochschulen und Universitäten in einem aus zwei Phasen bestehenden Hochschulprojekt Nutzungsideen für dieses Industriedenkmal.
Anlass genug, heute Bilanz der ersten Phase zu ziehen und zugleich die morgen beginnende zweite Phase einzuläuten, in der die Studierenden unter Anleitung ihrer Hochschullehrerinnen und –lehrer Gestaltungsentwürfe entwickeln.
Darüber hinaus diente der Dialog "Kultur und Wissenschaft" aber auch dazu, eine grundsätzliche Auseinandersetzung über den Umgang mit dem kulturellen Erbe anzustoßen.
"Die gemeinsame Suche nach einer Vision für die Sayner Hütte verbindet die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft dieses Landes auf beispiellose Weise. Ich gehe fest davon aus, dass durch seltene Gelegenheiten wie diese auch eine neue Basis für die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Region, zwischen Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft und zwischen den verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft und Sparten der Kultur geschaffen wird", sagte Michael Ebling, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, bei der Eröffnung der eintägigen Veranstaltung.
Nicht ohne Grund habe sein Ministerium dieses konkrete Projekt mit dem fast schon traditionellen Treffen der rheinland-pfälzischen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Kulturschaffenden verbunden. "Die konkrete Auseinandersetzung mit der Sayner Hütte expliziert Fragestellungen, die für zahlreiche Bauwerke und Denkmäler gelten, und sie gibt Anlass, sehr grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir mit unserem kulturellen Erbe umgehen wollen", erläuterte Ebling.
In dem Hochschulprojekt, dessen Abschluss eine Frühjahrsakademie unter Leitung des renommierten Planers Professor Dr. Karl Ganser im März nächsten Jahres sein wird, sieht der Staatssekretär ein attraktives Instrument der Nachwuchsförderung. "Dieses Projekt will neue Impulse für die Revitalisierung der Sayner Hütte sowie den Strukturwandel in der Region geben. Das ist innovative Standortförderung. Und: Ein erfolgreiches Projekt dieser Größenordnung ist ein ausgesprochen wirkungsvolles Marketing für den Studienstandort wie für den Kulturstandort Rheinland-Pfalz. Das ist eine Chance, die wir gemeinsam mit Ihnen nutzen möchten", bilanzierte Ebling.
Er betonte, dass es dabei um die Entwicklung von Möglichkeiten, keinesfalls aber um die Planung umsetzungsreifer Bauprojekte gehe.
Bendorfs Bürgermeister Michael Syré begrüßte das Hochschulprojekt ausdrücklich. "Ein kulturelles Erbe nachhaltig zu sichern, heißt auch, die dauerhafte Finanzierung zu gewährleisten. Dass die Stadt Bendorf ein Projekt von solchen Ausmaßen nicht alleine bewältigen kann, liegt auf der Hand. Das rheinland-pfälzische Hochschulprojekt trägt mit dazu bei, das einmalige Industriedenkmal Sayner Hütte über die Grenzen Bendorfs hinaus bekannt zu machen. Gleichzeitig ist es ein weiterer Schritt in die Gemeinsamkeit von Land, Region und Stadt zur Entwicklung eines Gesamtkonzepts für die Zukunft der kulturell bedeutsamen Denkmallandschaft in Sayn", sagte Syré.
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