Hochschulwettbewerb entschieden: Telekom-Stiftung fördert MINT-Lehrerbildung an vier Universitäten mit knapp fünf Millionen Euro

Die Deutsche Telekom Stiftung fördert künftig verstärkt die Ausbildung von Lehrkräften in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dazu unterstützt sie die Technischen Universitäten in Dortmund und München sowie die Freie Universität und die Humboldt-Universität in Berlin mit insgesamt 4,5 Millionen Euro bei der Umsetzung neuer Konzepte und Ideen für die Lehrerbildung. Die Hochschulen sind die Sieger eines Exzellenz-Wettbewerbs, an dem knapp die Hälfte aller deutschen Hochschulen teilgenommen hatte, die Lehrer in den MINT-Fächern ausbilden.

05.07.2009 Pressemeldung Deutsche Telekom Stiftung

Elf Hochschulen waren in der zweiten Wettbewerbsrunde aufgefordert worden, Vollanträge einzureichen. Die vier Gewinner werden ab dem kommenden Wintersemester über eine Laufzeit von drei Jahren von der Stiftung unterstützt. "Mit dieser Unterstützung wollen wir dazu beitragen, der Lehrerbildung - vor allem der MINT-Lehrerbildung - in Deutschland zu einem höheren Stellenwert zu verhelfen. Sie ist von den meisten Unis zu lange vernachlässigt worden", verdeutlicht Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender der Telekom-Stiftung. "Das muss sich ändern, denn die Lehrerbildung ist einer der zentralen Dreh- und Angelpunkte für die Verbesserung unseres Bildungssystems. Der Wettbewerb hat gezeigt, dass es in der Landschaft viele gute Ansätze gibt, die ausgebaut werden können." Eine Fachjury unter Vorsitz von Prof. Hans N. Weiler (Stanford University und ehemals Europa-Universität Viadrina) hatte am Freitag in Berlin über die Vergabe der Fördermittel entschieden.

Prof. Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Mitglied des Kuratoriums der Telekom-Stiftung erklärt dazu: "Die Lehrerbildung macht die Verantwortung der Hochschulen für die Wissensgesellschaft besonders deutlich. Der Mangel an Lehrern in den MINT-Fächern zeigt, dass die Lehrerbildung in diesem Bereich noch verbessert werden kann. Die Telekom-Stiftung setzt deshalb mit ihrem Wettbewerb ein wichtiges Signal: Die siegreichen Hochschulen werden hoffentlich Vorbildcharakter haben."

Die Technische Universität München überzeugte mit einer schlüssigen Gesamtstruktur für die Lehrerbildung, deren zentrales Element die neue "TUM School of Education" ist. Auch die starke Vernetzung mit dem Schulsystem, die unter anderem in der Gründung eines "TUM-Kollegs" an einem örtlichen Gymnasium münden wird, war ein Pluspunkt für München. Zu den im Rahmen des Konzepts geplanten Maßnahmen gehört zudem ein "Student Assessment & Admission Center" für die Gewinnung der bestgeeigneten und bestmotivierten Lehramtskandidaten. "Ein solch umfassendes Bekenntnis einer forschungsstarken Exzellenz-Universität zur Lehrerbildung ist bemerkenswert", urteilt der Jury-Vorsitzende Prof. Weiler. Vor allem der Fakultätsstatus der "TUM School of Education" sei ein wichtiges Signal für die Entwicklung der Lehrerbildung in Deutschland. Die TU München wird ebenso wie die TU Dortmund mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert.

Die Technische Universität Dortmund betont mit ihrem Projekt "dortMINT" die Themen "Diagnose und individuelle Förderung" in der MINT-Lehrerbildung. Diese Themen werden in den fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und schulpraktischen Teilen des Lehramtsstudiums fest verankert. Ziel ist es, die Professionalisierung künftiger Lehrkräfte mit Blick auf ihre Diagnosefähigkeit zu fördern und damit die Lehrerbildung vor allem qualitativ zu verbessern. Die TU Dortmund sichert die Nachhaltigkeit des Vorhabens, indem sie die Maßnahmen auch über den Förderzeitraum hinaus durch Eigenmittel weiterführt.

Weitere 1,5 Millionen Euro gehen an die beiden Hochschulen in Berlin, jeweils 750.000 Euro an die Freie Universität und die Humboldt-Universität. Der Antrag der Freien Universität beeindruckte die Jury besonders hinsichtlich der Neugestaltung der Studieneingangsphase und der Stärkung der Praxisphasen. Hier sieht das FU-Konzept zum Beispiel vor, Schülerlabore stärker in die Lehreramtsausbildung einzubinden.

Das Konzept der Humboldt-Universität ist geprägt von den besonderen Beziehungen der Hochschule zum Wissenschaftspark Adlershof. Die dortigen Einrichtungen und Unternehmen werden Lehramtsstudierende künftig verstärkt für berufsfeldbezogene Praktika nutzen. Darüber hinaus wird das neu einzurichtende ProMINT-Kolleg Lehrkräfte auf innovative Weise in die fachdidaktische Arbeit einbeziehen. In der Einrichtung werden Lehramtskandidaten mit Hochschulvertretern der Fachwissenschaften und der Fachdidaktiken, mit Lehrkräften und Vertretern aus der Wirtschaft zusammenarbeiten.

Verbesserungsmöglichkeiten sah die Jury in den Konzepten beider Berliner Universitäten. "Im Rahmen der Anträge könnten die Pläne der Graduiertenausbildung optimiert werden, insbesondere zugunsten von promovierenden Lehrkräften in den Fachdidaktiken", begründet Prof. Weiler die Entscheidung. Die Kommission sehe zudem erhebliche Möglichkeiten einer komplementären Zusammenarbeit der beiden Hochschulen in der Lehrerbildung.

Ansprechpartner

Deutsche Telekom Stiftung
Web: http://www.telekom-stiftung.de

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