Höheres BAföG = erfolgreicheres Studium

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) sieht sich durch eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die der "Tagesspiegel" in seiner heutigen Ausgabe vorstellt, in der Forderung nach einer regelmäßigen BAföG-Erhöhung bestätigt. "Je höher der BAföG-Förderbetrag, desto besser. Die neue DIW-Studie ist ein empirischer Beleg dafür, dass wir mit dieser Forderung, die wir seit Jahr und Tag erheben, Recht haben", freut sich DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde.

17.06.2009 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

DIW-Forscherin Daniela Glocker hat herausgefunden, dass BAföG-geförderte Studierende, die den BAföG-Höchstsatz von derzeit 648 Euro erhalten, schneller und erfolgreicher studieren als Studierende, die mit dem gleichen Betrag von ihren Eltern unterstützt werden. Bei geförderten Studierenden, die nicht den BAföG-Höchstsatz erhalten, könnte die Studienabbruchquote deutlich verringert werden, wenn sie monatlich etwa 150 Euro mehr an staatlicher Förderung erhielten.

DSW-Generalsekretär Meyer auf der Heyde folgert: "Die Freibeträge beim BAföG müssen noch weiter erhöht werden. Dann würden erstens mehr Studierende BAföG erhalten, zweitens würden viel mehr Studierende sich dem BAföG-Höchstsatz annähern – und das ist laut DIW ein Garant für eine nachhaltige Steigerung der Zahl der Studienabschlüsse."

DIW-Forscherin Glocker schreibt auch, dass der Nebenjob nur dann keinen Einfluss auf den Studienerfolg habe, wenn die Zeit zum Lernen nicht verringert wird. Dazu Meyer auf der Heyde: "Leider zeigen unsere Sozialerhebungen, dass eine Stunde Nebenjob die Studienzeit um eine halbe Stunde verkürzt. Daher darf der Nebenjob für die Studierenden nur eine Nebenfinanzierungsquelle und nicht die Hauptquelle sein, auch dies spricht laut DIW für die dringende Erhöhung der Freibeträge." Derzeit würden 63% der Studierenden jobben, erläutert Meyer auf der Heyde. "Für ein Drittel der Studierenden ist der Nebenjob die Hauptfinanzierungsquelle, unter anderem, weil das BAföG nicht reicht."

Rund ein Viertel der zwei Millionen Studierenden erhält BAföG, das im Auftrag von Bund und Ländern von den Studentenwerken umgesetzt wird. 79% der BAföG-geförderten Studierenden geben an, ohne das BAföG nicht studieren zu können. Nach mehreren Jahren Stillstand hat die Bundesregierung zum Wintersemester 2008/2009 die Bedarfssätze um 10%, die Freibeträge vom Elterneinkommen um 8% erhöht. Die Bundesregierung erwartet, dass 100.000 Studierende zusätzlich die Förderung erhalten. Das BAföG wird zu 65% vom Bund und zu 35% von den Ländern finanziert; sie haben dafür im Jahr 2007 rund 1,5 Milliarden Euro aufgewendet.

Die DIW-Studie im Internet
"Hohes BAföG hilft": Der "Tagesspiegel"-Artikel von Amory Burchard online


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