Ingenieurstudiengänge bei Frauen werden beliebter

In Baden-Württemberg arbeiteten 2008 mehr als 13 200 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen in einem Ingenieurberuf. Wie das Statistische Landesamt anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März feststellt, hat sich die Zahl der Ingenieurinnen alleine seit dem Jahr 2000 um 5 000 oder 60 Prozent erhöht. Damit war der prozentuale Zuwachs fünfmal so stark wie bei den Männern. Bezogen auf die insgesamt 1,7 Millionen sozialversicherungpflichtig beschäftigten Frauen arbeiten zwar lediglich rund 1 Prozent in einem Ingenieurberuf, gleichwohl zeigt die positive Entwicklung der Beschäftigtenzahl, dass dieser Berufszweig bei Frauen immer beliebter wird. Bezogen auf die Gesamtzahl aller 135 000 Ingenieure im Land liegt der Frauenanteil aktuell bei rund 10 Prozent, 3 Prozentpunkte höher als noch vor 8 Jahren.

02.03.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Von den insgesamt 13 200 in Baden-Württemberg angestellten Ingenieurinnen arbeiteten 2008 rund 4 300 als Architektin oder Bauingenieurin und 4 200 als Wirtschaftsingenieurin. Damit hatten fast zwei Drittel aller Ingenieurinnen eine Ausbildung in einer dieser Fachrichtungen. Weitere 2 100 Frauen oder 16 Prozent waren als Maschinen- und Fahrzeugbauingenieurinnen beschäftigt und rund 1 900 Frauen (14 Prozent) hatten eine Ausbildung zur Elektroingenieurin. Die übrigen 700 oder 5 Prozent arbeiteten vorwiegend als Fertigungs- oder Vermessungsingenieurinnen. Vor allem im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen hat die Zahl der Frauen seit dem Jahr 2000 um rund 2 700 Personen oder einem Plus von 174 Prozent besonders stark zugenommen. Aber auch in der Sparte der Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen mehr als verdoppelt.

Auch in den kommenden Jahren ist damit zu rechnen, dass mehr Frauen mit einer Ingenieurausbildung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Dies dürfte dazu beitragen, den von Wirtschaft und Verbänden erwarteten demografisch und strukturell bedingten Fachkräftemangel zu verringern. Studienfächer der Ingenieurwissenschaften und des Wirtschaftsingenieurwesens werden bei den weiblichen Kommilitonen immer beliebter. So stieg die Zahl der in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften immatrikulierten Frauen seit dem Wintersemester 2000/2001 bis 2007/2008 um 32 Prozent. Im Wirtschaftsingenieurwesen nahm sie sogar um 70 Prozent zu. Die Gesamtzahl aller weiblichen Studierenden erhöhte sich dagegen im gleichen Zeitraum lediglich um 27 Prozent. Insgesamt waren im Wintersemester 2007/2008 an den Hochschulen in Baden-Württemberg fast 108 500 Frauen eingeschrieben, darunter gut 8 400 im Bereich der Ingenieurwissenschaften und rund 2 100 im Studienfach Wirtschaftsingenieurwesen. Besonders beliebt waren bei den Ingenieurwissenschaftlerinnen die Fachrichtungen Maschinenbau/Verfahrenstechnik sowie Architektur (3 900 bzw. 2 000 weibliche Studierende).

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure in Baden-Württemberg
Klassifizierung der Berufe20082000Anteil der FrauenVeränderung 2008 zu 2000
Insge-
samt
WeiblichInsge-
samt
Weiblich20082000Insge-
samt
Weiblich
Anzahlin %
1) Einschließlich REFA-Ingenieure und Ingenieure o. n. A.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure35.1002.13230.2829926,13,3+15,9+114,9
Elektroingenieure37.2341.89840.3911.7585,14,4−7,8+8,0
Architekten, Bauingenieure17.7754.27118.2883.26024,017,8−2,8+31,0
Vermessungsingenieure1.1961731.37316514,512,0−12,9+4,8
Bergbau-, Hütten-, Gießereiingenieure53335603276,64,5−11,6+29,6
Übrige Fertigungsingenieure4.9105055.98050710,38,5−17,9−0,4
Wirtschaftsingenieure1)37.9394.19519.5631.53211,17,8+93,9+173,8
Ingenieure insgesamt134.68713.209116.4808.2419,87,1+15,6+60,3
Beschäftigte insgesamt3.891.2641.708.2093.802.4941.639.41443,943,1+2,3+4,2

 

Studierende der Fächergruppen Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen
an den Hochschulen Baden-Württembergs
Studienbereich2007/20081)2000/20011)Anteil der FrauenVeränderung 2007/2008 zu 2000/2001
Insge-
samt
WeiblichInsge-
samt
Weiblich2007/
2008
2000/
2001
Insge-
samt
Weiblich
Anzahlin %
1) Jeweils Wintersemester

Quelle: Hochschulstatistik

Ingenieurwesen allgemein2.52830387113812,015,8+190,2+119,6
Maschinenbau/Verfahrenstechnik20.9623.90614.1812.27018,616,0+47,8+72,1
Elektrotechnik8.7027826.8804709,06,8+26,5+66,4
Verkehrstechnik3.3132522.2051357,66,1+50,2+86,7
Architektur, Innenarchitektur4.0492.0215.1792.29049,944,2−21,8−11,7
Raumplanung219921576642,042,0+39,5+39,4
Bauingenieurwesen3.6308064.50878822,217,5−19,5+2,3
Vermessungswesen84525675121430,328,5+12,5+19,6
Ingenieurwissenschaften insgesamt44.2488.41834.7326.37119,018,3+27,4+32,1
Wirtschaftsingenieurwesen8.3212.1116.7961.24225,418,3+22,4+70,0
Studierende insgesamt231.509108.447194.00085.10146,843,9+19,3+27,4

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