Lehrerbildung SH

Kabinett stimmt dem Entwurf des neuen Lehrerbildungsgesetzes zu

Das schleswig-holsteinische Kabinett hat heute (3. Dezember) den Referentenentwurf des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft für ein neues Lehrerbildungsgesetz beschlossen; der Entwurf geht jetzt in die Verbände-Anhörung.

03.12.2013 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Die Gewinner der Reform sind unsere Lehrerinnen und Lehrer, die Studierenden und alle Schülerinnen und Schüler", sagte Bildungs- und Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara` Wende und hob hervor, dass sich die Neustrukturierung der Lehrerbildung erstmals auf alle drei Phasen der Ausbildung beziehe - auf Studium, Vorbereitungsdienst und Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Vor allem aber sei die neue Lehrerinnen- und Lehrerbildung "nun endlich auf die tatsächliche Schulstruktur im Land zugeschnitten". Das Gesetz soll nach zweiter Kabinettsbefassung und einem Landtagsbeschluss zum Wintersemester 2014/15 Wirkung entfalten.

Schon im Herbst habe die Universität Flensburg mit einer eigenständigen, zehnsemestrigen Ausbildung für Grundschullehrkräfte begonnen. So werde sichergestellt, dass zukünftige Grundschullehrkräfte in ihren Unterrichtsfächern wie auch in der Pädagogik über eine schulartspezifische Expertise verfügten. Zudem erwerben sie Basisqualifikationen in den Unterrichtsfächern Deutsch und Mathematik, sagte Wende, die die konstruktive Zusammenarbeit mit den Hochschulen hervorhob: "Wir haben es im Dialog geschafft, das Lehramtsstudium innovativ und praxisbezogen weiterzuentwickeln." Dabei sei die neue Kooperation der Universitäten Kiel und Flensburg ein wichtiger Meilenstein zum Wohle der Studierenden.

Die Änderungen im Einzelnen

Der Berufsfeldbezug ´Schule` wird in allen Lehramtsstudiengängen eine größere Rolle spielen als bisher. Orientierungs- und Tages-Praktika während des Bachelor-Studiengangs werden ergänzt um ein Praxissemester im Masterstudium. Das Praxissemester wird von den Hochschulen verantwortet und in Kooperation mit dem ´Institut für Qualitätssicherung an Schulen Schleswig-Holstein` (IQSH) und den beteiligten Schulen organisiert.

Zudem werden die Themenfelder Heterogenität und Inklusion in allen Lehramtsstudiengängen fest verankern: "Alle angehenden Lehrerinnen und Lehrer – unabhängig davon, wo sie später einmal unterrichten werden – müssen besser als bisher auf die Verschiedenheit und die Individualität der Schülerinnen und Schüler vorbereitet werden", erklärte Wende.

An der Universität zu Kiel – an der im Sekundarschulbereich alle Schulfächer (mit Ausnahme von Musik) studiert werden können – werden die fachdidaktischen und pädagogischen Studienanteile zukünftig einen prominenteren Raum als bisher einnehmen.

An der Universität Flensburg wird es im Rahmen der Sekundarlehrerinnen- und Sekundarlehrerausbildung eingeschränkte Wahlmöglichkeiten geben. Für den gesamten Sekundarbereich – also für Sekundarstufe I und II – können lediglich die Unterrichtsfächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Spanisch, Dänisch, Geschichte und Wirtschaft/Politik studiert werden, alle übrigen Studienfächer qualifizieren ausschließlich für die Unterrichtstätigkeit in der Sekundarstufe I. Die Flensburger Studierenden können entweder zwei Sekundarstufen-II-Fächer oder ein Fach für die Sekundarstufe I mit einem Fach für Sekundarstufe II kombinieren.


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