"Kein Wort zu den Student Services": Deutsches Studentenwerk enttäuscht von der Bologna-Konferenz

"Wieder nur warme Worte, wieder keine verbindlichen Aussagen, wie es mit der sozialen Dimension des Bologna-Prozesses weitergehen soll": Für Achim Meyer auf der Heyde, den Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), ist die Konferenz der Bildungsministerinnen und -minister aus den 46 Bologna-Staaten, die heute in Belgien zu Ende ging, eine "Enttäuschung". "Wir haben zwar jetzt nationale Aktionspläne für die soziale Dimension, aber keine verbindlichen Aussagen darüber, wie und bis wann diese Pläne umgesetzt werden sollen. Bei der sozialen Dimension treten wir an Ort und Stelle. Da geht es nicht voran mit dem europäischen Hochschulraum", kritisierte Meyer auf der Heyde.

29.04.2009 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

Das von den Bildungsministerinnen und -ministern verabschiedete Ziel, dass mindestens 20% der Studierenden in allen Bologna-Staaten einen Auslandsaufenthalt absolvieren sollen, hält Meyer auf der Heyde "für wenig realistisch", solange die Service- und Beratungsangebote für die geschätzten 20 Millionen Studierenden im europäischen Hochschulraum nicht ausgebaut werden.

"Die studentische Mobilität ist immer noch stark abhängig vom sozioökonomischen Familienhintergrund der Studierenden, das belegen Studien wie 'Eurostudent' oder auch die jüngste Studie von 'Eurostat'", erklärte Meyer auf der Heyde. "Wer die studentische Mobilität erhöhen will, muss für eine ausreichende Studienfinanzierung sorgen, für preisgünstigen Wohnraum, gute Beratung und wenn nötig Kinderbetreuung. Wie soll das gehen, wenn diese 'Student Services' den Ministern noch nicht einmal eine Erwähnung wert sind?", fragt Meyer auf der Heyde.

Die Abschlusserklärung der 46 Bologna-Staaten zum Download: www.ond.vlaanderen.be/hogeronderwijs/bologna/conference/documents/Leuven_Louvain-la-Neuve_Communiqu%C3%A9_April_2009.pdf


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