Künftig sollen berufliche Kenntnisse und Erfahrungen stärker auf ein Hochschulstudium angerechnet werden

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert ein Kooperationsprojekt des IHK-Bildungszentrums Stralsund und der Fachhochschule Stralsund.

16.09.2005 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

Eine auf die Zukunft ausgerichtete Wirtschaft erfordert qualifizierte Fachkräfte auf allen Ebenen. Im Interesse der Wirtschaft, der Gesellschaft und jedes Einzelnen müssen daher die Möglichkeiten verbessert werden, individuelle Qualifikationen und Leistungspotenziale weiterzuentwickeln und optimal zu nutzen.

Es ist deshalb ein wichtiges bildungspolitisches Ziel, Bildungswege zu öffnen und durchlässiger zu gestalten. Dazu gehört auch, Übergänge zwischen den Bildungsinstitutionen zu ebenen und dabei vorhandene Qualifikationen und Kompetenzen Einzelner zu berücksichtigen. So sollen die Kenntnisse und Fähigkeiten, die beruflich Tätige in ihrer Aus- und Weiterbildung sowie im Beruf erworben haben, künftig bei Hochschulstudiengängen in einer Höhe anerkannt werden, die den Leistungsanforderungen des jeweiligen Studiengangs entspricht.

Um dieses Ziel zu fördern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung 2004 ein aus dem Bundeshaushalt und Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziertes Programm ausgeschrieben. Gefördert werden aus dem insgesamt mit ca. 5,3 Mio. ? dotierten Programm "Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge" zum Einen regionale Entwicklungsprojekte, die an verschiedenen Hochschulen angesiedelt sind bzw. mit dessen kooperieren und zum Anderen eine wissenschaftliche Begleitung dieser Projekte.

Aus den zahlreichen Projektanträgen, die beim Bundesbildungsministerium eingereicht wurden sind elf für eine Förderung ausgewählt worden. Neben den Projekten großer Universitäten, wie z. B. der Universität Hannover, der TU Braunschweig oder der TU Ilmenau, gehört hierzu auch das Regionale Entwicklungsprojekt "REAL" - Anrechnung der beruflichen Kompetenzen des Meisters/Technischen Betriebswirtes auf den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen des IHK-Bildungszentrums Stralsund im Verbund mit der Fachhochschule Stralsund. Die Hautziele des Projektes sind wie folgt definiert:

  1. Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens, das ermöglicht

 

  • beruflich (Erstausbildung, Berufserfahrung, Fachoberschule),
  • berufsbegleitend (berufliche Weiterbildung IHK/HWK) und
  • aus den beruflichen Tätigkeiten heraus (informelles/formelles Lernen insbesondere durch die arbeitsprozessintegrierten betrieblichen Studienprojekt) erworbenen Kompetenzen der Lernenden qualitativ zu definieren und über das European Credit Transfer System (ECTS) der Fachhochschule Stralsund zu quantifizieren, sodass sie als Studienleistungen anerkannt werden können.

2. Das entwickelte Verfahren soll in der betrieblichen und überbetrieblichen Praxis sowie in der Lehre an der Fachhochschule erprobt werden.

3. Darauf aufbauend werden die Möglichkeiten des Transfers auf andere Studiengänge zusammengestellt sowie transparent und nachnutzungsfähig gestaltet.

Mit diesem sowohl für die Wirtschaft des Landes als auch für die Erprobung neuer Studienstrukturen bedeutsamen Verbundprojekt leisten das IHK-Bildungszentrum Stralsund und die Stralsunder Hochschule einen innovativen Beitrag zur Förderung qualifiziert ausgebildeter Berufstätiger und damit zur besseren Nutzung des im Land vorhandenen Qualifikationspotenzials. Das Projekt wird dem berechtigten Interesse der regionalen Wirtschaft nach der Erhöhung des Anteils praxisorientiert ausgebildeter Fach- und Führungskräfte gerecht.


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