Medizinstudium 2020

Länder geben Empfehlungen für Zukunft des Gesundheitswesens

(red/pm)Die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) haben einen gemeinsamen [Bericht](http://bildungsklick.de/datei-archiv/51902/2015-08-21_gembericht_gmk-kmk-fachkraeftesicherung_im_gesundheitswesen.pdf) zur "Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen" verabschiedet. Dieser Bericht bildet zugleich die gemeinsame Grundlage der Gesundheits- und Wissenschaftsministerien der Länder für die Gespräche mit der Bundesregierung über den Masterplan "Medizinstudium 2020". Der Bericht gliedert sich in die Abschnitte "Fachkräftesicherung bei Ärztinnen und Ärzten" sowie "Fachkräftesicherung in den Gesundheitsfachberufen".

21.08.2015 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder
  • © SMK Sachsen

"Ausgehend vom demografischen Wandel werden in dem Bericht verschiedene Ansatzpunkte und Handlungsoptionen vorgestellt, um auch zukünftig unter anderem die hausärztliche Versorgung, aber auch die Fachkräftesicherung in den Gesundheitsfachberufen, insbesondere in den ländlichen Regionen, sicherzustellen", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin, Brunhild Kurth.

Ein wesentliches Ergebnis des Berichts für den Bereich Fachkräftesicherung bei Ärztinnen und Ärzten ist es, dass eine höhere Anzahl von Studienplätzen für Humanmedizin allein kein ärztliches Versorgungsproblem in Deutschland löst. "Die zusätzlichen Absolventinnen und Absolventen werden auch weiterhin vor allem in Fächer und Regionen strömen, die ohnehin schon überversorgt sind", sagte die KMK-Präsidentin. Darüber hinaus bleibe die Abiturnote das wichtigste Zulassungskriterium zum Medizinstudium. Unter Wahrung der Hochschulautonomie sollten aber das Auswahlverfahren der Hochschulen gestärkt und Auswahlgespräche geführt werden.

GMK und KMK empfehlen, dass die Auswahlverfahren und besonders die Auswahlgespräche systematisch ausgewertet und evaluiert werden, um die Auswirkungen auf den Studienerfolg und die spätere ärztliche Berufstätigkeit zu untersuchen. Auch die Ableistung eines Praktikums in der hausärztlichen Versorgung, besonders mit speziellen Angeboten in ländlichen Regionen, wird empfohlen. Außerdem sollte das Praktische Jahr in Quartale aufgeteilt werden. Davon ist ein Pflichtquartal für die Allgemeinmedizin vorzusehen.

Zur Sicherstellung der flächendeckenden hausärztlichen Versorgung in Deutschland zeigt der Bericht auf, dass die Aus- und Weiterbildung, die Arbeits- und Rahmenbedingungen sowie die Versorgungsstrukturen in der Praxis verbessert werden müssen. Für die Facharzt-Weiterbildung sollen flächendeckend Weiterbildungsverbünde aufgebaut werden. Auch weitere finanzielle Anreize im Weiterbildungsbereich müssen geschaffen werden. Alle Kammern sollten verpflichtet werden, ein Weiterbildungsregister zu führen und laufend fortzuschreiben. Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf die Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung Allgemeinmedizin gelegt werden. Daneben gibt es Empfehlungen zur hausärztlichen Honorierung in ländlichen Gebieten, zu flexibleren Beschäftigungsformen und zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Entlastung durch Übertragung von Aufgaben an entsprechend qualifizierte Gesundheitsfachberufe. Letzteres soll zeitnah und bundesweit durch Modellvorhaben verwirklicht werden.

Darüber hinaus befasst sich der Bericht mit der Fachkräftesicherung bei den Gesundheitsfachberufen, insbesondere in der Pflege. Es werden mehrere Handlungsempfehlungen abgeleitet, um dem Fachkräfteengpass vor allem im Bereich der Pflegeberufe wirksam zu begegnen. Diese finden sich auf den Seiten der KMK.

Der gemeinsame Bericht ist das Ergebnis der Beratungen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Fachkräftesicherung von GMK und KMK. Ausgangspunkt war die Erwartung, dass es gerade auch im Ausbildungsbereich viele Ansatzpunkte gibt, um dem Fachkräftemangel in Teilbereichen des Gesundheitswesens, insbesondere in der Pflege, im hausärztlichen Bereich und im Bereich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, wirksam zu begegnen.

Dabei rückt besonders die Tatsache in den Blick, dass sich zu wenige Absolventinnen und Absolventen nach Abschluss ihres Medizinstudiums für eine anschließende Weiterbildung in der Allgemeinmedizin und damit für den Beruf der Hausärztin bzw. des Hausarztes entscheiden. Dies trägt dazu bei, dass die künftige Patientenversorgung gerade in ländlichen Regionen mit ernsten Problemen konfrontiert ist. Der GMK und KMK ging darum, Maßnahmen zu entwickeln, die die Allgemeinmedizin auf allen Ebenen und vor allem bereits im Medizinstudium stärken.


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