Land zeichnete engagierte Hochschullehrerinnen und -lehrer aus
Beim vierten Tag der Lehre des Landes Rheinland-Pfalz im Mainzer Landesmuseum betonten Wissenschaftsministerin Doris Ahnen und der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Dr. Peter Strohschneider, die hohe Bedeutung der Lehre für die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen.
22.04.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz"In Anbetracht des bereits jetzt erkennbaren Fachkräftemangels bedarf es eines klaren Bekenntnisses zur hohen Lehr- und Studienqualität an Hochschulen. Wir können es uns nicht leisten, Studienwillige vor der Tür stehen zu lassen und wir können es uns schon gar nicht leisten, sie nicht gut auszubilden", so Ahnen, die mit Strohschneider und Vertretern rheinland-pfälzischer Hochschulen über unterschiedliche Instrumentarien zur Verbesserung der Lehr- und Studienqualität diskutierte.
"Wer es mit der Einheit von Forschung und Lehre ernst meint, muss auch dafür sorgen, dass der Lehre eine der Forschung vergleichbare Reputation zukommt. Lehre darf keine Tätigkeit zweiter Klasse sein", betonte Strohschneider. Auch deshalb sei die Einrichtung von Professuren mit dem Schwerpunkt Lehre, wie der Wissenschaftsrat sie vorgeschlagen habe, ein erfolgversprechender Weg, zusätzliches Geld für zusätzliche Stellen intelligent und effizient einzusetzen. In einem ausdifferenzierten Hochschulsystem seien solche Professuren – wie der Blick in andere Länder zeige – eine Normalität, die in überzeugender Form die Gleichrangigkeit von Forschung und Lehre bewahre.
"Um eine breite flächendeckende Verbesserung in Studium und Lehre an den Hochschulen zu erreichen, müssen die Studienkapazitäten ausgebaut und das Lehrpersonal aufgestockt werden", analysierte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates – des wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremiums in Deutschland.
Die Lehr- und Studienqualität nachhaltig weiter zu steigern, sei ein zentrales Anliegen der Landesregierung, machte Ahnen deutlich. Sie trage diesem Anliegen unter anderem dadurch Rechnung, dass sie den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes bis 2013 über das Sondervermögen Wissen schafft Zukunft II 200 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stelle. "Nicht zuletzt wird mit dem Sondervermögen die Grundausstattung der Hochschulen in Form von 200 zusätzlichen Stellen gestärkt – ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Betreuungsrelation und der Schaffung attraktiver Studienbedingungen", sagte Ahnen.
Vor der prominent besetzten Diskussionsrunde hatte Michael Ebling, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, zwölf Hochschullehrerinnen und –lehrern für besonders gute Lehrveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen den "Lehrpreis Rheinland-Pfalz" verliehen. Er ist pro Preisträgerin und Preisträger mit 10.000 Euro dotiert und kann von diesen individuell eingesetzt werden.
Darüber hinaus zeichnete Ebling die Fachbereiche "Physik, Mathematik und Informatik" und "Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft" der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und den Fachbereich "Bauwesen" der Fachhochschule Koblenz aus, die sich im Exzellenzwettbewerb "Studium und Lehre" durchgesetzt hatten. Sie erhalten für innovative Konzepte zur nachhaltigen Verbesserung von Studium und Lehre zwischen 54.000 und 58.000 Euro.
Der im Jahr 2005 ins Leben gerufene Tag der Lehre solle "Leistung sichtbar machen, einen Anstoß zu Dialog und Netzwerkbildung geben, ein Forum für gute Ideen sein und interessanten wie kontroversen Themen rund um Studium und Lehre ein Podium bieten", erläuterte der Staatssekretär.
Sein Dank galt allen Hochschullehrerinnen und -lehrern, die "mit hohem persönlichem Engagement und viel Kreativität die Qualität von Studium und Lehre in ihren Veranstaltungen oder in einem ganzen Fachbereich stetig verbessern und damit Studierenden eine hervorragende Ausbildung bieten".
Der zum dritten Mal verliehene Lehrpreis würdigt die individuellen Lehr-Leistungen der Lehrenden. Der Vergabe des Lehrpreises lag ein zweistufiges Verfahren zugrunde. Zunächst benannten Fachbereiche und Fachschaften Dozentinnen und Dozenten für den Lehrpreis – getrennt nach Universitäten und Fachhochschulen. In der zweiten Stufe wurden Studierende auf der Basis von Fragebögen um ihre Einschätzung gebeten. Das Zentrum für Qualitätssicherung an der Johannes Gutenberg-Universität hat dann das Votum der Studierenden ausgewertet, das über die Preisträgerinnen und Preisträger entschieden hat.
Die Zahl der nominierten Dozentinnen und Dozenten stieg von 96 im vergangenen Jahr auf 107 in diesem Jahr. Auch die Zahl der Studierenden, die ihr Urteil abgegeben haben, stieg beträchtlich – von 6.532 Studierenden im vergangenen Jahr auf nunmehr 10.215 Studierende. Ebling bewertete es als erfreulich, dass sich überdies alle Hochschulen des Landes beteiligt haben.
Um der unterschiedlichen Größe der Hochschulen und auch den Unterschieden zwischen Universitäten und Fachhochschulen gerecht zu werden, wurden die Lehrpreise nach Gruppen vergeben. Danach erhielten die Universitäten insgesamt acht und die Fachhochschulen vier Lehrpreise in jeweils zwei Fächergruppen.
Im Gegensatz zum individuellen Lehrpreis ist der Exzellenzwettbewerb "Studium und Lehre", der im vergangenen Jahr Premiere feierte, ein institutioneller Wettbewerb. An ihm konnten Fachbereiche der Hochschulen mit innovativen Konzepten zur Weiterentwicklung der Lehre teilnehmen.
Auch der Exzellenzwettbewerb basiert auf einem zweistufigen Verfahren. Zunächst reichen die Hochschulleitungen Antragsskizzen der Fachbereiche ein, die von einer unabhängigen Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulleitungen, der Studierenden und externer Expertinnen und Experten beurteilt werden. Die Fachbereiche, die in dieser Runde überzeugen konnten, werden aufgefordert, einen Vollantrag zu stellen. Hieraus werden maximal drei Konzepte von der Jury zur Förderung ausgewählt.
Ebling wies darauf hin, dass die Bundesländer vor einigen Wochen einen "Wettbewerb exzellente Lehre" auf Bundesebene gemeinsam mit dem Stifterverband beschlossen habe. Rheinland-Pfalz sei mit seinem Exzellenzwettbewerb Vorreiter. "Mit der Entscheidung für diesen Wettbewerb bin ich nicht nur deshalb sehr zufrieden, weil Rheinland-Pfalz dieses Vorhaben von Anfang an unterstützt und intensiv an der inhaltlichen Ausgestaltung mitgewirkt hat. Vielmehr bin ich zutiefst davon überzeugt, dass Exzellenz und Innovation in der Lehre dauerhaft institutionalisiert werden müssen – und was ist dafür geeigneter als der Wettbewerb", sagte der Staatssekretär.
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