LOEWE bringt zusätzlich 90 Millionen Euro im Jahr für die Forschungsförderung in Hessen
Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich- ökonomischer Exzellenz – kurz: LOEWE – ist der Titel des erstmals aufgelegten Forschungsförderungsprogramms, mit dem die Landesregierung wissenschaftspolitische Impulse setzen und damit die hessische Forschungslandschaft nachhaltig stärken will.
29.06.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst"Wir leisten eine Anschubfinanzierung, die den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hessen eine Schwerpunktbildung und damit eine weitere Profilierung und eine intensivere Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft erleichtern soll", sagte der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, bei der Vorstellung von LOEWE heute in Wiesbaden. In Zusammenarbeit und in Abstimmung mit den großen Forschungsorganisationen solle damit der Boden für die Ansiedlung weiterer, gemeinsam von Bund und Ländern finanzierter Forschungseinrichtungen bereitet werden. Das Programm wird in Stufen aufgebaut: Nach einer Anlauffinanzierung in den Jahren 2008 mit 20 Millionen und 2009 mit 50 Millionen soll die hessische Forschung durch LOEWE von 2010 an mit einem Volumen von jährlich 90 Millionen Euro gefördert werden.
Die Regierungschefs von Bund und Ländern hatten im Dezember 2006 beschlossen, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung dauerhaft zu steigern, um ab dem Jahr 2010 die Lissabon-Strategie des Europäischen Rats umzusetzen, mit der sich die EU zur weltweit dynamischsten und wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Wirtschaftsregion entwickeln soll. Hessen leistet hierzu seinen Beitrag, indem es die Infrastruktur an den Hochschulen des Landes durch das Bau- und Investitionsprogramm HEUREKA im Umfang von drei Milliarden Euro in den nächsten zwölf Jahren entscheidend verbessert und sich gemeinsam mit dem Bund und den anderen Ländern am Pakt für Forschung und Innovation und der Exzellenzinitiative beteiligt. Diese Projekte werden nun durch die Forschungsinitiative LOEWE in hervorragender Weise flankiert.
"Die dauerhafte Verankerung der durch LOEWE angestoßenen Maßnahmen in den hessischen Hochschulen oder in den vom Land institutionell geförderten Forschungseinrichtungen außerhalb der Hochschulen unterscheidet dieses Programm von der sonst üblichen Projektförderung", hob Wissenschaftsminister Corts hervor. Darüber hinaus solle die Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen durch die Förderung von Verbundvorhaben mit den Hochschulen nachhaltig gestärkt werden. "Auf diese Weise wollen wir einen Beitrag zur Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze leisten."
"Ein hochkarätig besetzter Programmbeirat wird die wissenschaftliche Qualität dieser Initiative garantieren." Nach den Vorstellungen von Wissenschaftsminister Corts sollen diesem Gremium Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Karl Max Einhäupl (Charité Berlin, Vorsitzender des Wissenschaftsrates 2001 bis 2006), Prof. Dr. Helmut Schwarz (TU Berlin, Vize-Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft bis 2007, ab 2008 Präsident der Humboldt-Stiftung), Prof. Dr. Matthias Kleiner (Universität Dortmund, seit 2007 Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft) und Prof. Dr. Jürgen Baumert (Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Berlin, seit 2006 Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft) angehören. Er werde dem Kabinett einen entsprechend Vorschlag machen.
Das LOEWE-Programm besteht aus drei Förderlinien:
LOEWE-Zentren: Bei der Förderlinie 1 handelt es sich um thematisch fokussierte Forschungszentren zwischen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Hochschulen oder ausschließlich an Hochschulen in Hessen. Die als autarke, aber dennoch nicht rechtlich selbstständige Einrichtungen aufgebauten Zentren sollen über eine Laufzeit von sechs bis gegebenenfalls neun Jahren mit einem Fördervolumen von jährlich zwei bis acht Millionen Euro ausgestattet werden.
LOEWE-Schwerpunkte: Mit der Förderlinie 2 werden thematische Schwerpunktprojekte an hessischen Hochschulen oder zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen über einen Zeitraum von drei bis höchstens fünf Jahren mit jährlich 800.000 bis 1,5 Millionen Euro unterstützt.
LOEWE-Verbundvorhaben: Durch die Förderlinie 3 wird die bereits erfolgreich laufende Förderstruktur der Modell- und Pilotprojekte gestärkt. Diese zielt insbesondere auf die Stärkung des Technologiestandorts Hessen durch Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und den Hochschulen.
Mit der ersten Staffel des Programms sollen im Jahr 2008 vier bis fünf Zentren und fünf Schwerpunkte gefördert werden. Bis 2010 plant die Landesregierung, etwa zehn Zentren und 15 bis 20 Schwerpunkte zu unterstützen. LOEWE ist ein streng wettbewerbliches, nur an Exzellenzkriterien ausgerichtetes Förderprogramm. Der Programmbeirat stellt die Neutralität der Förderentscheidungen und die Zukunftsorientiertheit des Gesamtprogramms sicher. Die eigentliche Begutachtung erfolgt durch ein unabhängiges Gutachtergremium jeweils an Ort und Stelle. Die Berücksichtigung wissenschaftspolitischer Rahmenbedingungen steht in der Verantwortung einer mit Vertretern des Landes besetzten Verwaltungskommission, die zusammen mit dem Programmbeirat die Förderentscheidungen auf Basis der Gutachtervoten trifft. Neu an dem Programm ist auch, dass neben den Personal-, Sach-, und Investitionskosten mit den Förderlinien 1 und 2 auch Infrastruktur- und Verwaltungskosten beantragt werden können. Diese Förderung von indirekten Kosten zielt vor allem darauf, den erhöhten Verwaltungs- und damit auch Kostenaufwand bei der Abwicklung von größeren Drittmittelprojekten abzufedern.
Die Förderlinien 1 und 2 (Zentren und Schwerpunkte) werden vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst administrativ begleitet (Geschäftsstelle), die Förderlinie 3 wird von der Hessen-Agentur administriert.
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