"Mehr Geld für Lehre, Forschung und Technologietransfer"

Schleswig-Holsteins Hochschulen und Forschungsinstitute rüsten sich gemeinsam mit der Landesregierung für den zunehmend starken Wettbewerb in der europäischen Hochschullandschaft. Wie Wissenschaftsminister Dietrich Austermann und Wissenschafts-Staatssekretär Jost de Jager heute (20. Dezember) in Kiel erläuterten, werden zu diesem Zweck derzeit mit den staatlichen Hochschulen Zielvereinbarungen ausgehandelt. "Damit soll unter anderem nach Beendigung des laufenden Hochschulvertrags bis zum Jahr 2013 der Finanzrahmen für Lehre und Forschung abgesteckt werden", sagte Austermann. Klar sei dabei schon heute, dass die Hochschulen zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben mehr Geld brauchen als bisher.

20.12.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein

"Unsere Hochschulen waren in den vergangenen Jahren auf außerordentlich knappe Finanzmittel angewiesen, was uns bundesweit Kritik eingebracht hat und dazu führte, dass auch die Qualität unserer Einrichtungen gelitten hat", so der Minister. Diese Entwicklung solle mit den Zielvereinbarungen gestoppt werden. Ergänzt werden die Zielvereinbarungen durch den Hochschulvertrag sowie den mit 38 Millionen Euro ausgestatteten Hochschulpakt, der unter anderem die Schaffung von 4000 neuen Studienanfänger-Plätzen in Schleswig-Holstein vorsieht.

Mit Blick auf das vergangene Jahr zogen Austermann und de Jager eine positive Bilanz der bisherigen Hochschulpolitik. So seien enorm wichtige Weichen für die Entwicklung der Wissenschaftslandschaft in Schleswig-Holstein gestellt worden. Als Beispiele nannten beide unter anderem:

  • die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligten Exzellenzcluster "Entzündungsforschung" und "Zukunft Ozean"
  • die ebenfalls von der DFG bewilligten Graduiertenschulen
  • die Einrichtung einer neuen Fraunhofer-Einrichtung in Lübeck
  • die Murmann-School oft Global Management and Economics
  • die Gründung des "Baltic Sea International Campus" (BSIC) in Eckernförde
  • die Gründung des "Earth Institute" des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften, IFM-GEOMAR, und des Instituts für Weltwirtschaft

Wie Austermann weiter sagte, müssen diese Weichenstellungen in den Zielvereinbarungen verstetigt werden. "Aus diesem Grunde muss neben den üblichen Gehaltssteigerungen für die öffentlich Bediensteten hinaus die Möglichkeit geschaffen werden, mehr Geld für Forschung, Technologietransfer und Lehre bereit zu stellen." Im Rahmen der Haushaltsgespräche für den Doppelhaushalt 2009/2010 des Landes werde sich das Wissenschaftsministerium deshalb gegenüber dem Finanzministerium für eine Erhöhung der Globalzuschüsse für die Hochschulen einsetzen.

Nach den Worten von Staatssekretär de Jager verfolgt das Wissenschaftsministerium mit den Zielvereinbarungen die Idee eines "gemeinsamen Wissenschaftsraumes Schleswig-Holstein". Ziel dabei sei, dass nicht mehr die Hochschulen des Landes miteinander im Wettbewerb stehen, sondern dass der Wissenschaftsstandort national und international konkurrenzfähig wird. "Aus diesem Grund müssen einerseits die Profile aufeinander abgestimmt werden, andererseits in wichtigen bereichen die Kooperation der Hochschulen fortgesetzt werden", so de Jager.

Bei den Universitäten gehe es darum, unter dem Dach des Universitätsrates die Zusammenarbeit in den Bereichen Medizin und Informatik zwischen den Universitäten Kiel und Lübeck sowie die Zusammenarbeit in der Lehramtsausbildung zwischen den Hochschulen in Kiel und Flensburg zu stärken.

Bei den Fachhochschulen gelte es zu klären, welche der Hochschulen in den wichtigen Bereichen der maritimen Ausbildung sowie auf den Feldern der Erneuerbaren Energien, der Windenergie und in den Gesundheits-Studiengängen die jeweilige Federführung übernehme.

Darüber hinaus plane das Wissenschaftsministerium, in den Zielvereinbarungen die Themen Technologie- und Wissenstransfer sowie Internationalisierung zu verankern. Austermann: "Wissenschaft und Wissenschaftsfinanzierung werden in einem immer stärkeren Maß international ausgerichtet sein. Hierbei wollen wir die Hochschulen unterstützen und Ihnen Anreize geben."


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