Mehr Praxis im Lehramtsstudium
(idw/pm) Lehramtsstudierende sammeln frühzeitig Erfahrungen in der Praxis, Lehrer erhalten Unterstützung und frische Impulse im Unterricht, und Schüler erfahren eine intensive und differenzierte Betreuung: Das ist das Prinzip der Lehr:werkstatt. Ab sofort gibt es das Angebot auch an der Uni Würzburg.
23.04.2012 ArtikelDas Prinzip ist einfach: Ein Student für das Lehramt am Gymnasium oder an einer Realschule bildet zusammen mit einem Lehrer ein Team und arbeitet mit ihm über ein Schuljahr hinweg zusammen – begleitet durch Praxisseminare an der Universität und zusätzliche Workshops. Im Laufe des Jahres beteiligt sich der Student immer stärker am Unterrichten und unterstützt den Lehrer in immer größerem Umfang.
Davon profitieren alle Beteiligten: Studierende können wichtige Erfahrungen aus der Praxis sammeln und frühzeitig prüfen, ob sie für den Lehrerberuf geeignet und qualifiziert sind. Lehrer erhalten Unterstützung im Unterricht und gewinnen damit Zeit für eine individuelle Förderung ihrer Schüler. Und die Schüler wiederum profitieren von dieser intensiven und individuellen Betreuung.
Lehr:werkstatt nennt sich das Angebot, das die Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG im Jahr 2011 ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit ihren Partnern betreut die Stiftung das Angebot; das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus begleitet es in der Umsetzung. Als Pilotprojekt läuft die Lehr:werkstatt seit dem Herbst 2011 an ausgewählten Schulen im Raum München in Kooperation mit dem Intensivpraktikum des Münchner Zentrums für Lehrerbildung der Universität München.
Die Lehr:werkstatt in Würzburg
Jetzt ist Würzburg als neuer Standort dazu gekommen. Mit daran beteiligt sind hier die Universität mit dem Lehrstuhl für Schulpädagogik und dem Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung sowie die Ministerialbeauftragten für die Gymnasien und Realschulen. Am Freitag, 20. April, haben die Kooperationspartner den offiziellen Startschuss für das Projekt in Würzburg erteilt, Ende Mai sollen die Auswahlgespräche mit interessierten Studierenden stattfinden, damit sie bereits im September mit der ersten Lehrerkonferenz vor Beginn des kommenden Schuljahrs ihre neue Aufgabe wahrnehmen können.
Dann beginnt die praktische Arbeit. Für die Studierenden bedeutet dies: In zwei dreiwöchigen Blöcken während der vorlesungsfreien Zeiten sowie für etwa fünf Stunden pro Woche während des Semesters gehen sie zu ihrem Tandem-Partner in die Klassen. Wie stark sie sich dort engagieren, wird individuell ausgehandelt.
Die Praxisphase an der Schule wird durch spezielle Workshops ergänzt; dabei stehen Themen wie Konfliktmanagement oder Teamteaching im Mittelpunkt. An der Universität reflektieren die Studierenden ihre Erfahrungen in einem wöchentlichen Begleitseminar. Umrahmt wird das Lehr :werkstatt-Jahr von einer Einführungs- und einer Abschlussveranstaltung, in denen sich die Teilnehmer kennen lernen und ihre Erfahrungen austauschen können. Zum Ausgleich für diesen Einsatz müssen die Teilnehmer an der Lehrwerkstatt kein Orientierungs- und kein pädagogisch-didaktisches Praktikum ableisten. Sie können aber auch an der Lehr:werkstatt teilnehmen, wenn sie eines oder beide dieser Praktika schon absolviert haben.
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