Mindestens neun Prozent mehr sind ein gutes Ergebnis

Rund neun Prozent mehr Studienanfänger an den staatlichen niedersächsischen Hochschulen sind auch im Hinblick auf den Hochschulpakt 2020 ein gutes Ergebnis. Dabei sind die Immatrikulationsverfahren der Hochschulen noch nicht einmal abgeschlossen. Die Studienanfängerzahlen sind deshalb noch vorläufig.

30.11.2007 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion verkennt die Realität der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, in der sich die Länder verpflichtet haben, bis 2010 zusätzliche 92.000 Studienanfängerplätze bereitzustellen. Auf Niedersachsen entfallen davon 11.200, die bis 2010 zu erreichen sind.

Nach der Protokollnotiz zu Art. 1 § 1 Abs. 2 ist die Ausgangszahl für 2005 anzupassen, wenn Hochschulen ihren Status verlieren. Die Niedersächsische Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege ist in diesem Jahr aufgelöst worden. In ihr hatten sich 2005 insgesamt 918 Studienanfänger eingeschrieben. In der Norddeutschen Fachhochschule für Rechtspflege haben sich lediglich 154 Anfänger eingeschrieben. Die Zahlen sind von den Gesamtsummen abzuziehen. Insgesamt liegt demnach die Zahl der Studienanfänger an den allgemein zugänglichen Hocchschulen im Jahr 2007 vorläufig um 1362 über den Zahlen des Jahres 2005. Dies ist für die vorläufigen Zahlen ein gutes Ergebnis. Die aktuellen Ergebnisse haben keinerlei negative finanzielle Konsequenzen für die Hochschulen. Die Abrechung und Verrechnung gegenüber dem Bund findet in der Zeit ab 2011 statt.

Die Zahl der Studierenden ist insgesamt leicht gesunken, da zurzeit die geburtenstarken Jahrgänge die Hochschulen verlassen. Bei steigenden Absolventen- und Anfängerzahlen von einer nachlassenden Attraktivität der niedersächsischen Hochschulen zu sprechen, ist nur möglich, wenn man grundlegende Kenntnisse der Interpretation von Statistiken außer Acht lässt: Steigende Absolventenzahlen aufgrund starker Anfängerjahrgänge führen notwendigerweise zu einem Rückgang der Gesamtzahl der Studierenden. Im Übrigen sind Studienfach- und Studienplatzwahl in Deutschland gemäß Artikel 12 Abs. 1 Grundgesetz der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen überlassen. Niemand kann gezwungen werden, ein Studium aufzunehmen oder einen Studienplatz anzunehmen.

Wer dies - wie die SPD-Fraktion - aus Unkenntnis oder Vorsatz mit der Attraktivität der niedersächsischen Hochschulen in Verbindung bringt, schadet den Hochschulen und dem Land.

Hintergrund:

Nach den bislang vorliegenden Meldungen der Hochschulen in staatlicher Verantwortung haben sich im Jahr 2007 25.252 Studentinnen und Studenten im ersten Hochschulsemester immatrikuliert (Vorjahr:23.066). Das entspricht einer Steigerung von 9 Prozent. Besonders gut haben die niedersächsischen Fachhochschulen abgeschnitten. Sie können sogar 17 Prozent (2006: 6.415 gegenüber 2007: 7.534) mehr Studienanfänger verzeichnen. Auch daran zeigt sich, dass der Hochschulpakt 2020 seine Wirkung entfaltet.

Bei den von den Hochschulen gemeldeten Zahlen handelt es sich um vorläufige Angaben, da erfahrungsgemäß bis Jahresende in einigen Studiengängen noch Nachmeldungen vorgenommen werden.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden