Mlynek kritisiert EFI-Gutachter
Zur heutigen Veröffentlichung des Gutachtens der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) äußert sich Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft:
26.02.2014 Pressemeldung Helmholtz-Gemeinschaft"Die Mitglieder der Kommission geben uns regelmäßig wertvolle Hinweise zum Zustand und zu den Perspektiven von Forschung und Wissenschaft. So auch diesmal. Was ihre schon im Vorfeld kolportierte Warnung vor einer vermeintlichen Abwanderung von Spitzenforschern aus Deutschland angeht, muss ich allerdings feststellen: Hier zeichnen die EFI-Experten ein unvollständiges und dadurch verzerrendes Bild.
Deutschlands Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen haben im Wettstreit um die klügsten Köpfe in den vergangenen zehn Jahren nicht nur Boden gutgemacht, in vielen Forschungsfeldern spielen sie längst in der Weltspitze mit. Diese positive Entwicklung verdanken wir neben der Innovationskraft unserer Forscher vor allem der auch im internationalen Vergleich zuletzt vorbildlichen Prioritätensetzung in den öffentlichen Haushalten zugunsten von Bildung und Forschung. Es ist irreführend, dass die Experten von einem "negativen Saldo" sprechen, der zumindest teilweise auf nicht mehr aktuellen Zahlen beruht.
Natürlich haben wir Probleme im deutschen Wissenschaftssystem, von der zu hohen Zahl von Zeitverträgen bis zum größtenteils immer noch holprigen Übergang auf Professorenstellen. Wenn es jedoch darum geht, Spitzenforscher nach Deutschland zu holen oder aber in Deutschland zu halten, so gelingt uns dies immer besser. Dass es unser Wissenschaftssystem in Sachen Reputation und Attraktivität mittlerweile mit den führenden Standorten weltweit aufnehmen kann, bestätigen uns alle unsere internationalen Partner.
Für all jene Rückkehrer, denen die EFI-Experten mindere Qualität nahelegen, kommt das Gutachten einem Schlag ins Gesicht gleich. Dies bedaure ich sehr und halte eine solche Einschätzung für ungerechtfertigt und auch unangemessen.
Dennoch erwarte ich mir von der Warnung der Kommission auch etwas Gutes: Sie unterstreicht, dass jegliche Versuche, besonders in einzelnen Bundesländern, zur Sparpolitik vergangener Jahre zurückzukehren, allzu schnell den erreichten Stand gefährden würden."
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 36.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
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