Neubau für Biowissenschaften der Fachhochschule Gießen-Friedberg

Für insgesamt 8,6 Millionen Euro hat die Fachhochschule Gießen-Friedberg neue Labore und Büros an der Gießener Gutfleischstraße erhalten. Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, hat einen Neubau und einen sanierten Altbau heute offiziell an die Fachhochschule übergeben.

22.10.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Vom Beginn der Planung bis zur Fertigstellung der Gebäude ist nur etwa ein Jahr vergangen: Im Juni 2006 waren die alten Räume des Instituts für Biopharmazeutische Technologie (Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie) durch einen Wassereinbruch zerstört worden. Der viergeschossige Neubau, der auf etwa 1000 Quadratmetern überwiegend Labore beherbergt, ist in einer zeitsparenden Stahlskelettbauweise errichtet worden. In dem benachbarten und renovierten ehemaligen Betriebsgebäude der Telekom sind auf mehr als 1000 Quadratmetern Seminarräume und Büros untergebracht. Neben dem Institut für Biopharmazeutische Technologie bieten die neuen Räume dem Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz, dem Labor für Biochemie und Bioanalytik sowie dem Referat Technologietransfer der Fachhochschule Platz.

Staatsminister Corts würdigte das Engagement der Fachhochschule Gießen-Friedberg auf dem zukunftsträchtigen Gebiet der Biowissenschaften. "Dieses Bauprojekt ist außerdem ein gelungenes Beispiel dafür, dass auch der Staat nach einem Unglück wie im Sommer 2006 schnell handeln und das Funktionieren dieser immens wichtigen Labore rasch und mit modernsten Standards ausgestattet wieder herstellen kann."

Der Präsident der Fachhochschule, Prof. Dr. Günther Grabatin, dankte allen Beteiligten für die rasche und unbürokratische Abwicklung des Bauvorhabens. Der Neubau habe Symbolkraft für die strategische Entwicklung der Hochschule. In ihm werde anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung gebündelt. Das sei eine sehr gute Voraussetzung für die Bildung eines Kompetenzzentrums, das innerhalb der Fachhochschule richtungweisend sein könne. Mit dem Aufbau einer begrenzten Zahl solcher Zentren wolle das Präsidium in den nächsten Jahren die Leistungsfähigkeit der Hochschule in Lehre, Forschung und Entwicklung erhöhen. "Zu einer erfolgreichen Entwicklung der Kompetenzzentren gehört die Stärkung des wissenschaftlichen Mittelbaus, die Einbettung von Masterprogrammen in ein aktives Forschungsumfeld und das Promotionsrecht in ausgewählten Fachrichtungen", sagte Grabatin.

Wissenschaftsminister Corts erinnerte auch daran, dass noch zwei weitere, für die Fachhochschule wichtige Neubauvorhaben im Bau sind: An der Wiesenstrasse in Gießen werden 13 Millionen Euro in den Neubau eines Verfügungsgebäudes für den Studiengang Informatik investiert, um die Kapazitäten zu verbessern. Dieses Gebäude wird wie geplant zu diesem Wintersemester in Betrieb gehen.

Außerdem wird zum Wintersemester 2008/2009 der Neubau für die Studiengänge Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik und Facility Management einschließlich Fernstudienzentrum in Friedberg fertig gestellt. Dessen Baukosten liegen bei 19,4 Millionen Euro.

Mit dem Hochschulbauprogramm HEUREKA (HochschulEntwicklungs- und Umbauprogramm: RundErneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre in Hessen) hat die Landesregierung im März 2007 die umfassende Modernisierung der Hochschulbauten in Hessen beschlossen. Dafür werden bis 2020 insgesamt drei Milliarden Euro bereitgestellt. Darin enthalten ist auch eine weitere Modernisierung der baulichen Infrastruktur der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Mit Prof. Dr. Peter H. Pfromm (Kansas State University) und Richard Engelhard (Engelhard Arzneimittel) sprachen zwei langjährige Kooperationspartner aus Wissenschaft und Industrie Grußworte bei der Eröffnungsfeier. Beide werteten den modern ausgestatteten Neubau als eine ideale Basis für die zukünftige Zusammenarbeit mit den Biowissenschaftlern der Fachhochschule Gießen-Friedberg.

Gießens Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann sieht den mittelhessischen Hochschulstandort mit dem Neubau weiter gestärkt. Die Stadt habe dadurch als Standort der interdisziplinären "Life Sciences" weiter an Attraktivität gewonnen. Der Magistrat habe das Wohl der Gießener Hochschulen im Auge und werde auch in Zukunft Fachhochschule und Universität in ihrer Entwicklung unterstützen.

Die Projektleitung lag beim Hessischen Baumanagement (hbm). Nach den Worten von hbm-Direktor Thomas Platte hätten bei diesem Projekt besondere Umstände besondere Wege erforderlich gemacht. Er zeigte sich zufrieden, dass trotz des engen Zeitplans die Gebäude rechtzeitig an die Fachhochschule übergeben werden konnten.


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