Neue Rechtschreibung: Besser lesen?

(bikl) Erleichtert die neue Rechtschreibung das Lesenlernen? Das wollen Psychologen der Freien Universität Berlin mit einem mobilen Leselabor, dem 'Guckomobil' herausfinden.

11.04.2005 Artikel
  • © FU Berlin

In einer etwa halbstündigen Untersuchung registriert ein Messgerät, das in einem Kleinbus installiert ist, Blickbewegungen und Pupillenveränderungen während des Lesens und wertet die Daten aus. Die Blickbewegungskamera erfasst präzise, wie lange die Person einen Buchstaben beim Lesen oder einen bestimmten Punkt beim Anschauen eines Fotos fixiert.

Wo bleiben die Augen hängen?

Der Computer zeigt den Grundschülern 160 Sätze, in denen Wörter in der neuen und der alten Schreibweise auftauchen "Stängel" und "Stengel", "blond gelockt" und "blondgelockt". Gemessen wird, ob die Augen bei den alten oder neuen Wörtern länger hängen bleiben und den Kindern beim Verstehen Schwierigkeiten machen. Alle relevanten Wörter erscheinen zwei Mal, also beispielsweise Walroß und Walross.

Ergebnisse Ende April

Damit wollen die Psychologen vor allem herausfinden, welche Worte schwer zu lesen sind, welche Änderungen der Rechtschreibreform objektiv eine Erleichterung gebracht haben und inwiefern eine Gewöhnung der Leser an die neue Rechtschreibung schon eingesetzt hat. Insgesamt 50 Kinder testen die Psychologen auf diese Weise. Außerdem fließen die Daten von 50 erwachsenen Lesern in die Untersuchung ein. Mit den Ergebnissen der Datenauswertung rechnet die Arbeitsgruppe Ende April.

Weiterführender Link

www.guckomobil.de


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