Neuer Höchststand bei der Zahl der bestandenen Prüfungen an baden-württembergischen Hochschulen

Im Jahr 2006 wurden an den Hochschulen in Baden-Württemberg 37 436 Abschlussprüfungen erfolgreich abgelegt. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes waren dies rund 2 934 Prüfungen oder 9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit wurde die bisherige Höchstmarke aus dem Jahr 1996 mit knapp 34 800 bestandenen Prüfungen deutlich überschritten. Seit damals war zunächst die Zahl der Abschlüsse bis 2002 kontinuierlich auf rund 29 100 gesunken und danach wieder angestiegen.

04.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Fast die Hälfte der bestandenen Prüfungen (18 600) wurde an den Universitäten des Landes abgelegt. Ein weiteres knappes Drittel (12 100) entfiel auf die staatlichen und privaten Fachhochschulen. Danach folgten mit weitem Abstand die Pädagogischen Hochschulen mit rund 4 200 und die Verwaltungsfachhochschulen mit 1 700 Prüfungen. Die Kunsthochschulen meldeten 870 Abschlüsse. Der größte prozentuale Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr trat erneut an den Pädagogischen Hochschulen (+21 Prozent) auf, dicht gefolgt von den Kunsthochschulen mit knapp 16 Prozent. Die Universitäten profitierten ebenfalls überproportional von dem allgemein zunehmenden Trend (+10 Prozent) und die Fachhochschulen leicht unterdurchschnittlich (+7 Prozent). Aufgrund einer Umstrukturierung der Verwaltungsfachhochschulen des Bundes mussten die Verwaltungsfachhochschulen einen deutlichen Rückgang von fast 19 Prozent hinnehmen.

Rund 10 Prozent der erfolgreich abgeschlossenen Prüfungen gehörten zur Prüfungsgruppe der Promotionen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich ihre Anzahl leicht verringert. Die neu eingeführten Master- und Bachelorabschlüsse gewinnen dagegen mit 5 Prozent bzw. 4 Prozent Anteil an Bedeutung. So waren bei diesen beiden Abschlussarten starke Zuwächse von 80 Prozent für die Bachelor- und immerhin 25 Prozent für die Masterprüfungen gegenüber dem Vorjahresergebnis zu verzeichnen.

Wie das Statistische Landesamt weiter feststellt, gehörten rund 7 400 bestandene Prüfungen zum Bereich der "Mathematik, Naturwissenschaften" und weitere 6 700 Prüfungen zu den "Ingenieurwissenschaften". Für die auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragten Absolventen dieser Fächergruppen entspricht dies einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 11 Prozent bzw. 3 Prozent. Trotzdem ist im langfristigen Vergleich für die "Ingenieurwissenschaften" eine abnehmende Bedeutung zu beobachten: Seit dem Prüfungsjahr 1996 hat deren Anteil von 22 Prozent auf heute 18 Prozent abgenommen, während im gleichen Zeitraum der Anteil der "Sprach- und Kulturwissenschaften" von 13 auf 18 Prozent angestiegen ist. Nach wie vor schließen aber die meisten Absolventen ihr Studium mit einem Fach aus der Gruppe der "Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" ab (30 Prozent Anteil). Deren Zahl hat sich gegenüber dem letzten Prüfungsjahr um 4 Prozent erhöht.

Mehr als 48 Prozent der bestandenen Prüfungen an den baden-württembergischen Hochschulen wurden von Frauen abgelegt – ein neuer Höchststand für die Frauenquote. Die einzelnen Hochschularten wiesen dabei beträchtliche Unterschiede auf. So sind die Frauen unter den Absolventen der Pädagogischen Hochschulen mit einem Anteil von 84 Prozent fast unter sich. Auch an den Kunst- und den Verwaltungsfachhochschulen sind sie mit 59 Prozent bzw. 58 Prozent mehrheitlich vertreten. An den Universitäten hingegen liegt der Anteil der Absolventinnen mit 46 Prozent unter dem Durchschnitt, ebenso wie an den Fachhochschulen mit einem Anteil von 37 Prozent. Ursache für den niedrigen Frauenanteil der Fachhochschulen sind die dort stark vertretenen Ingenieurwissenschaften, die nach wie vor von Männern dominiert werden.

Die Fachstudiendauer betrug nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt neun Semester, das waren 0,2 Fachsemester weniger als im Vorjahr. Am längsten wird an den Universitäten mit 10,1 Semestern studiert, am kürzesten an den Verwaltungsfach- und Pädagogischen Hochschulen mit 6 und 7,6 Fachsemestern. Kunst- und Fachhochschulen bewegen sich mit 8,6 und 8,2 Semestern im Mittelfeld.

Bestandene Prüfungen und Studiendauer an baden-württembergischen Hochschulen im Prüfungsjahr 2006*) nach Hochschularten

Hochschularten

Absolventen

Studiendauer

Insgesamt

Veränderung
zum Vorjahr

darunter Frauen

2006

2005

Anzahl

%

Anzahl

Anteil in %

Fachsemester

*) Sommersemester 2006 und Wintersemester 2005/2006.

Best. Prüfungen insgesamt

37.436

+ 8,5

18.107

48,4

9,0

9,2

davon


Universitäten

18.557

+10,0

8.582

46,2

10,1

10,5

Pädagogische Hochschulen

4.218

+21,5

3.539

83,9

7,6

7,7

Kunsthochschulen

868

+15,6

515

59,3

8,6

8,6

Fachhochschulen

12.104

+ 6,7

4.490

37,1

8,2

8,4

Verwaltungsfachhochschulen

1.689

18,5

981

58,1

6,0

6,0



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