Private Universität erhält vollständige Akkreditierung

Der Wissenschaftsrat hat heute in Mainz der Neukonzeption zur Fortentwicklung des Studiengangs Humanmedizin der Privaten Universität Witten/Herdecke (UWH) zugestimmt. Damit erhält die Hochschule die vollständige Akkreditierung und kann auch weiterhin Neuimmatrikulationen im Modellstudiengang Humanmedizin vornehmen.

07.07.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart gratulierte der Hochschule, diese Hürde genommen zu haben. "Witten/Herdecke hat große Anstrengungen unternommen, um die Neukonzeption der Humanmedizin nach dem Anforderungsprofil des Wissenschaftsrates auf den Weg zu bringen. Die erfolgte Vollakkreditierung ist ein Meilenstein in der weiteren Entwicklung der bundesweit in dieser Form einzigartigen Privaten Universität."

Das Konzept, das unter Beteiligung von Experten aus dem Medizinbereich und dem Ministerium erarbeitet wurde, sieht einen personellen Ausbau im Bereich der Humanmedizin um neun Professuren und über zwanzig Mitarbeiterstellen vor. Die personelle Aufstockung dient speziell dem Aufbau des Forschungsschwerpunktes Versorgungsforschung. Pinkwart: "Damit will Witten/Herdecke einen Beitrag dazu leisten, eine im internationalen Vergleich große Forschungslücke in Deutschland zu schließen."

Die Versorgungsforschung untersucht die Versorgung von Einzelnen und der Bevölkerung mit gesundheitsrelevanten Dienstleistungen und Produkten unter Alltagsbedingungen. Sie analysiert dabei vor allem, wie sich Faktoren wie zum Beispiel Gesundheitstechnologien, Finanzierungssysteme oder Organisationsstrukturen auf den Zugang von Patienten zu Gesundheitsversorgung oder auf die Qualität und Kosten der Gesundheitsleistungen auswirken. Der Schwerpunkt der Versorgungsforschung wird in einem interdisziplinären Zentrum umgesetzt. Das ergänzende Forschungsgebiet Molekulare Mechanismen der akuten und chronischen Inflammation, bei dem Entzündungserkrankungen an menschlichen Organen untersucht werden, wird von einem interdisziplinären Zentrum für biomedizinische Forschung getragen. Ein drittes Zentrum für naturwissenschaftliche Lehre in der Medizin und Zahnmedizin übernimmt die vom Wissenschaftsrat geforderte interfakultäre Koordination von Forschung und Lehre.

Pinkwart: "Wir erwarten wichtige Erkenntnisse, um die Akteure im Gesundheitswesen wissenschaftlich fundiert zu unterstützen und zu beraten. Wir werden diesen zukunftsweisenden Forschungsansatz im Rahmen der Zuweisung des Landes besonders berücksichtigen." Das Land erhöht die bisherige Finanzzuweisung für einen solchen Ausbau der Humanmedizin um annähernd 1 Million Euro auf dann 4,5 Millionen Euro jährlich. Dieser Ansatz für den Zeitraum 2007 bis 2009 steuert etwa 30 Prozent der Ausbaukosten für das neue Konzept bei. Die weiteren 70 Prozent der Kosten werden von Dritten getragen. Hierzu liegen der Hochschule bereits feste finanzielle Zusagen vor. "Das Land wird Witten/Herdecke bei der Umsetzung der Neukonzeption intensiv begleiten. Ich gehe davon aus, dass die Hochschule nach dem heutigen wichtigen Schritt diese Aufgabe mit großem Engagement angehen und die Chance nutzen wird, ihr Forschungsprofil weiter zu entwickeln", so Pinkwart.

Minister Pinkwart begrüßte die Anregung des Wissenschaftsrates, die medizinischen Forschungsaktivitäten der Privaten Universität Witten/Herdecke mit anderen Hochschulen, speziell in der Ruhrregion, zu verbinden. "Ich sehe darin einen weiteren Baustein zur Positionierung der Ruhrregion als internationaler Standort für Gesundheitsforschung und Gesundheitswirtschaft."


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