Sonderinvestitionsprogramm "Hamburg 2010"
Das Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) soll die nach derzeitigem Stand der Technik beste Synchrotronstrahlungsquelle der Welt erhalten. Der Senat hat heute dem Ausbau des Beschleunigerrings PETRA II am DESY in Hamburg-Bahrenfeld zu einer Synchrotronstrahlungsquelle PETRA III zugestimmt.
26.04.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt HamburgDer Bund und Hamburg werden für den Ausbau 146 Mio. Euro an Sondermitteln zur Verfügung stellen, Hamburg übernimmt davon 14,6 Mio. Euro aus dem Sonderinvestitionsprogramm "Hamburg 2010". Aus dem Sonderinvestitionsprogramm soll außerdem der Hamburger Anteil für 2005 der Sondermittel für die weitere Planung des europäischen Röntgenlasers XFEL in Höhe von 646.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Neben Deutschland haben bereits neun weitere Länder erklärt, dass sie sich an diesem Projekt beteiligen wollen.
Wissenschaftsstaatsrat Dr. Roland Salchow: "In Norddeutschland entsteht hier am DESY ein weltweit einmaliges Strukturforschungszentrum. Dieses herausragende Forschungszentrum wird nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Hamburg locken, sondern auch das Profil des Wissenschaftsstandorts Hamburg nachhaltig prägen."
Der Speicherring PETRA II dient bisher als Vorbeschleuniger für den HERA-Speicherring, der voraussichtlich Mitte 2007 stillgelegt werden soll. PETRA III wird dann in eine Synchrotronstrahlungsquelle der dritten Generation umgebaut. Sie wird die derzeit beste Synchrotronstrahlungsquelle Europas in Grenoble um das Zehnfache übertreffen und bis zu einer Energie von 30 bis 40 keV die brillanteste Quelle der Welt sein. Damit dieses Supermikroskop den Forscherinnen und Forschern möglichst bald zur Verfügung steht, sollen die Vorbereitungen und der Bau der mobilen Elemente bereits in diesem Jahr beginnen. Der Nutzerbetrieb soll 2008 aufgenommen werden.
Bereits zehn Nationen haben ihre Bereitschaft erklärt, an der Planung des Europäischen Forschungszentrums XFEL mitzuarbeiten, das voraussichtlich im Jahre 2006 gegründet wird. Herzstück des Forschungszentrums ist der Freie-Elektronen-Laser XFEL, der ultrakurze Röntgenblitze mit den Eigenschaften von Laserlicht erzeugt. Den Naturwissenschaften bietet dieses Großgerät völlig neue Untersuchungsmöglichkeiten. Der XFEL reicht vom DESY-Gelände in Hamburg-Bahrenfeld bis nach Schleswig-Holstein auf das Gelände der Stadt Schenefeld, wo die Einrichtungen für die Untersuchung der Experimente errichtet werden sollen.
Die Planungen zum Ausbau des DESY werden von Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D sowie Vertretern Schleswig-Holsteins und des Bundes heute Abend auch im Hanse-Office in Brüssel einem europäischen Publikum vorgestellt.
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