Start der neuen Lehrerbildung in Rheinland-Pfalz
"Der Start der neuen Lehrerbildung zum Wintersemester 2007/08 an den Universitäten Kaiserslautern und Koblenz-Landau wird von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt," betonte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende, Sylvia Sund, heute vor der Presse. Die GEW bedauere aber ausdrücklich, dass die Universitäten Trier und Mainz erst im nächsten Jahr mit dem neuen Lehrerbildungs-konzept beginnen und somit noch kein flächendeckender Start der Lehrerbildungsreform in Rheinland-Pfalz erfolgen kann.
08.10.2007 Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzDer jetzt für alle Lehramtsstudiengänge geltende verstärkte Praxisanteil, von der GEW seit Jahren gefordert, sei ein wichtiger Baustein des neuen Lehrerbildungskonzeptes, ebenso, dass nun für alle Schularten gleiche grundlegende Kenntnisse in Pädagogik, Psychologie und Didaktik erforderlich werden.
Ein grundsätzlich richtiger Weg ist aus Sicht der GEW auch die Festlegung für die Zielschulart, nicht wie bisher zu Studienbeginn, sondern nach dem 4. Semester. Aus Gewerkschaftssicht wäre es jedoch sinnvoller gewesen, diese Festlegung erst in der Masterphase, d.h. nach dem Bachelor-Studium, zu fordern.
Die für die verschiedenen Schularten unterschiedliche Masterphase sei ein Schwachpunkt der Reform, zumal nicht feststehe, ob ein zweisemestriger Masterabschluss für Grund-, Haupt- und Realschulen oder ein dreisemestriger für Förderschulen im europäischen Ausland Anerkennung finden werde. Für die GEW nicht verständlich und akzeptabel sei, dass für Studierende aller Schularten kein zeitlich gleiches viersemestriges Masterstudium verpflichtend angeboten wird. Eine gründliche und solide Lehrerbildung in wissenschaftlicher und praktischer Hinsicht solle schließlich für alle Lehrämter die Maxime sein, so die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende.
"Eine nicht genutzte Reformchance ist das Beibehalten der schulartenbezogenen Lehrerbildung. Die GEW bedauert, dass es die Landesregierung nicht gewagt hat, eine schulstufenbezogene Lehrerbildung einzuführen und weiterhin an den alten Zöpfen der schulartbezogenen Ausbildung festhält," kritisierte Sund. Zukünftig seien kaum noch Lehramtstudierende für Hauptschulen zu finden, da diese Schulart immer mehr an Attraktivität verliere und HauptschullehrerInnen im Vergleich mit Lehrkräften der anderen Lehrämter der Sekundarstufe I nicht attraktiv bezahlt würden. Ein einheitliches Sekundarstufe-I-Lehramt wäre daher richtungweisender gewesen.
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