Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation: Ahnen und Hering: Stiftung ist wichtiger Innovationsmotor im Land Rund 5,7 Millionen Euro im Jahr 2007 für 31 zukunftsträchtige Projekte
Als "antriebsstarken Innovationsmotor" bezeichneten Wissenschaftsministerin Doris Ahnen und Wirtschaftsminister Hendrik Hering heute bei einer Pressekonferenz in Mainz die Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation. Sie habe auch im vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt, wie positiv sie das wissenschaftliche und wirtschaftliche Geschehen im Land mitgestalte, urteilten die beiden Minister.
04.11.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzIn 2007 förderte die Stiftung 31 Projekte im Umfang von rund 5,7 Millionen Euro. Von diesen 31 Projekten werden 13 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 8 an der TU Kaiserslautern, 2 an den Fachhochschulen Koblenz und Trier und 8 an außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes realisiert. Mit Blick auf den wissenschaftlichen Nachwuchs stellte die Stiftung auch in 2007 Schulen, die beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" erfolgreich waren sowie Schulen mit einer besonders hohen Quote von Jungforscherinnen insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung.
"Die von uns im vergangenen Jahr geförderten Projekte sind ein Ausweis der Qualität des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Rheinland-Pfalz", sagte die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation, Wissenschaftsministerin Doris Ahnen. Die Stiftung fördere insbesondere naturwissenschaftlich-technische Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft. Sie investiere gezielt in Zukunftstechnologien – von Kommunikations- über Biotechnologien bis hin zur Mikro- und Nanotechnologie. "Damit trägt die Stiftung ganz wesentlich dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit von Rheinland-Pfalz als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort zu erhalten und weiter auszubauen", urteilte die Ministerin. Mit ihren Fördermitteln habe die Stiftung in vielen Fällen den Grundstein dafür gelegt, dass andere Drittmittelgeber aus dem öffentlichen oder privaten Bereich in die Finanzierung eines Projekts eingestiegen seien oder Folgeprojekte gefördert hätten. "Stiftungsprojekte unterstützen auch die Profilbildung der Hochschulen und den Auf- und Ausbau von Forschungsinstituten im Land. Teilweise haben sie dazu beigetragen, dass Sonderforschungsbereiche eingerichtet werden konnten", fasste Doris Ahnen zusammen.
Im Jahr 2007 habe die Stiftung erneut einen aktiven Beitrag zur Förderung überregional bedeutsamer Projekte geleistet, die für die Gesellschaft von unmittelbarer Relevanz seien. So werde beispielsweise an den Universitäten Mainz und Kaiserslautern die Alzheimer- und Krebsforschung sowie die infektionsbiologische Forschung unterstützt.
Im Bereich der Produktion, Energie und Umwelt fördere die Stiftung die Entwicklung nachhaltiger katalytischer Verfahren der Chemie, effizientere Fertigungsverfahren und Schadstoffreduktionen beim Betrieb von Motoren. "Diese Beispiele verdeutlichen ganz anschaulich das Kernanliegen unserer Stiftung, nämlich Projekte zu ermöglichen, die Wissenschaft und Wirtschaft voranbringen und die der Gesellschaft nützlich sind", sagte Ahnen. "Die Stiftung Innovation ist ein wesentliches Element in der Strategie der Landesregierung", betonte Hering. "Die Stiftungsprojekte tragen zum Aufbau der Clusterinitiativen - beispielsweise der Gesundheitswirtschaft oder Glas/Keramik bei."
So wurden im Zeitraum 1993 bis 2007 landesweit 151 Stiftungsprojekte aus dem Bereich der Medizin/Medizintechnik - ein zentrales Element aus dem Bereich der Gesundheitswirtschaft - mit einer Gesamtfördersumme von 21,97 Mio. Euro bewilligt. "36 Prozent der Projekte des Jahres 2007 verfolgen dabei den konkreten Transfer von Projekten in die Praxis, 29 Prozent der Projekte haben neue Technologien und Verfahren zum Inhalt", wie der Minister weiter ausführte. Durch die Arbeit der Stiftung wird die Innovationsfähigkeit gerade der mittelständischen Wirtschaft gestärkt, betonte Hering. "Dies ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die nachhaltige Stärkung eines Wirtschaftsstandortes Rheinland-Pfalz."
Stellvertretend für das breite Spektrum der geförderten Projekte wurden bei der heutigen Pressekonferenz zwei davon vorgestellt – ein laufendes und ein abgeschlossenes: Professor Dr.-Ing. Bernd Sauer vom Lehrstuhl für Maschinenelemente und Getriebetechnik der Technischen Universität Kaiserslautern berichtete, wie "rotierende Wellen" kostengünstiger als bisher und trotzdem effizient abgedichtet werden können. (Im Bereich der Mechanik ist die Welle ein weitverbreitetes, stabförmiges Maschinenelement zur Übertragung mechanischer Energie (Drehbewegung). Rotierende Wellen werden überwiegend mit berührenden Elastomerdichtringen abgedichtet. Bisher wurden die kontaktierenden Wellenoberflächen jeweils durch ein mehrstufiges Fertigungsverfahren hergestellt und dem Ring angepasst. Mit diesem Projekt wurden die Fertigungsparameter getestet und entwickelt, mit denen KMU ihr individuelles Produkt kostengünstiger bei gleicher Qualität herstellen können.) Professor Dr.-Ing. Jörg Himmel vom Fachbereich Sensortechnik der Fachhochschule Koblenz widmete sich im Anschluss daran einem adaptierten Messverfahren. Mit "Wirbelfeldern" soll so in Zukunft die Kontur von Halbzeugen in technisch sehr schwierigen Umgebungen bestimmt werden können. (Erläuterung: Die Wirbelstromprüfung dient der zerstörungsfreien Materialprüfung, die bisher bei elektrisch gut leitfähigen Halbzeugen (Das sind vorgefertigte Rohmaterialformen, meist aus Metallblechen oder Stangen etc.) nicht eingesetzt werden kann. Alternative optische Messsysteme werden jedoch während einer anspruchsvollen Halbzeugbearbeitung (z.B. starkes Erhitzen, Benetzung mit Flüssigkeiten) zu ungenau. Daher soll eine adaptierte, mobile und hochfrequente Wirbelstromtechnik entwickelt werden, die eine präzise Konturmessung während der Materialbearbeitung erlaubt.)
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