Strategische Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft intensivieren

Eine Verstärkung der Interaktionen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist für die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft wie auch für die Weiterentwicklung von Forschung und Lehre von hoher Bedeutung. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft tragen dem derzeit durch eine Reihe parallel verlaufender Aktivitäten Rechnung. "Der Wissenschaftsrat wird bei der Umsetzung seiner Empfehlungen die Kooperation mit den anderen Akteuren suchen, die sich in jüngster Zeit ebenfalls für das Thema engagiert haben", so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider.

29.05.2007 Pressemeldung Wissenschaftsrat

Aus der Perspektive des Wissenschaftsrates sind die folgenden Punkte von zentraler Bedeutung, um das vorhandene Transferpotential konsequenter und systematischer zu nutzen und gleichzeitig Verwertungsprozesse und ihre Förderung zu optimieren:

  • Dauerhafte strategische Partnerschaften, die nicht in erster Linie projektorientiert sind, stellen ein besonders geeignetes Instrument dar, um den wechselseitigen Wissensfluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu intensivieren. Davon profitieren die Hochschulen und Forschungseinrichtungen wie auch die Unternehmen gleichermaßen.

  • Ein aus öffentlichen und privaten Mitteln finanzierter Fonds soll dazu beitragen, Ideen so weit zu fördern, bis sie nahezu marktreif sind. Die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse und Erfindungen in neue Produkte und Verfah-ren könnte damit deutlich verbessert werden.

  • Über entsprechende Anreizsysteme (zum Beispiel bei der leistungsorientierten Mittelvergabe oder durch Prämienregelungen im Rahmen der W-Besoldung) sollte sichergestellt sein, dass sich das Engagement in Wissens- und Technologietransfer institutionell, aber auch für die einzelne Wissenschaftlerin oder den Wissenschaftler lohnt.

  • Wissens- und Technologietransfer soll als strategisches Ziel in den Gesamtentwicklungsplänen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen verankert werden. Eine solche Stärkung der Transferaufgaben im Gesamtsystem darf sich nicht nachteilig auf die übrigen Aufgaben der Hochschulen und Forschungseinrichtungen auswirken. Dies setzt eine klare Aufgabenverteilung und Differenzierung voraus, die im Ergebnis dazu führen wird, dass Forschung, Lehre sowie Wissens- und Technologietransfer je nach Schwerpunktsetzung und Profil der einzelnen Institution oder Forscherpersönlichkeit mit unterschiedlicher Gewichtung wahrgenommen werden.

  • Um die Chancen für eine Verwertung wissenschaftlicher Erfindungen zu erhöhen, sollte im deutschen und europäischen Patentrecht eine Neuheitsschonfrist eingeführt werden, um eine Patentanmeldung auch noch nach einer Publikation zu ermöglichen. Überdies sollte eine weltweite Harmonisierung des Patentrechts angestrebt werden.

Ansprechpartner

Wissenschaftsrat

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