Promotionsverfahren

"Symbolische oder gar aktionistische Gesetzgebung"

Um wissenschaftlichem Fehlverhalten entgegenzuwirken, haben Gesetzgeber, allen voran in Baden-Württemberg, rechtsverbindliche Betreuungsvereinbarungen zwischen Hochschullehrern und Doktoranden vorgeschrieben. Als einen "Fall symbolischer oder gar aktionistischer Gesetzgebung" bewerten dies Professor Manfred Löwisch und Professor Thomas Würtenberger, Leiter der Forschungsstelle für Hochschulrecht und Hochschularbeitsrecht der Universität Freiburg, in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre".

03.02.2015 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

"Der Formenzwang und mit ihm die naiven Hoffnungen, die in eine Verrechtlichung des Promotionsverhältnisses gelegt werden, sind dem von gegenseitigem Vertrauen getragenen, situationsgerecht erfolgenden Zusammenwirken von fachlich erfahrenem Betreuer und Doktorand letztlich abträglich."

Nach Einschätzung von Löwisch und Würtenberger ist ein Abschlusszwang bei Betreuungsvereinbarungen weder mit der Lehrfreiheit des Betreuers noch der Wissenschafts- und Studierfreiheit des Doktoranden vereinbar. Für die Problematik guter wissenschaftlicher Praxis seien Betreuer und Doktoranden mittlerweile "sehr sensibilisiert". Von einer Betreuungsvereinbarung lasse sich "keine weitere Sensibilisierung, aber auch keine höhere Vermeidungsrate von Plagiatsfällen erwarten", so die beiden Juristen. Zudem würden bei den freiwillig abgeschlossenen Vereinbarungen im Falle von Pflichtverletzungen Haftungsfragen aufgeworfen. Der eingeschlagene Weg zu rechtsverbindlichen Betreuungsvereinbarungen führe "in die Irre", betonen Löwisch und Würtenberger abschließend.

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Forschung & Lehre 2/2015 ist am 30. Januar 2015 erschienen. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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