Universität Halle hat Ziel knapp verfehlt

Das von Thüringen und Sachsen-Anhalt gemeinsam zur Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern eingereichte Cluster "Laboratorium Aufklärung. Halle, Weimar-Jena und die Gegenwart des langen 18. Jahrhunderts" hat sich im Finale nicht durchsetzen können. Dies teilte Kultusminister Prof. Dr. Olbertz heute nach der Sitzung des Bewilligungsausschusses der Initiative in Bonn mit.

19.10.2007 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Olbertz erklärte, er verstehe die Enttäuschung der Kooperationspartner aus Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das gemeinsame Vorhaben der Universitäten Halle und Jena teile das Schicksal einer Vielzahl sehr guter Anträge, die sich trotz ausgezeichneter Gutachten innerhalb des begrenzten Finanzrahmens der Exzellenzinitiative nicht hätten durchsetzen können.

Insgesamt waren bei der DFG 123 Antragsskizzen für Exzellenzcluster eingegangen. 40 hatten es ins Finale geschafft, 20 waren am Ende erfolgreich. Unter den 44 eingereichten Graduiertenschulen haben sich 21 durchsetzen können. Sechs Universitäten können sich über die Förderung ihrer Zukunftskonzepte zur Förderung der Spitzenforschung freuen.

Als außerordentlich problematisch bezeichnete Olbertz den Umstand, dass mit Ausnahme von Berlin kein Exzellenzcluster aus den neuen Ländern erfolgreich war. Unter den Graduiertenschulen befänden sich immerhin vier aus den neuen Ländern. "Das zeigt die Dringlichkeit begleitender Programme zum Ausbau der in den neuen Ländern vorhandenen und mit erheblichen Anstrengungen entwickelten Potenziale der Spitzenforschung", so der Minister. Wenn heute u.a. bemängelt werde, dass es ihnen an kritischer Masse fehle, müsse dies als Handlungsaufforderung an den Bund und die Länder verstanden werden. Die Exzellenzoffensive Sachsen-Anhalts spiele hierfür in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle. "Die Disparitäten in der Forschungslandschaft Deutschlands sind unübersehbar und ein beträchtliches Zukunftsrisiko", fügte Olbertz hinzu.

Die Kooperationspartner aus Halle und Jena haben unterdessen erklärt, ihr gemeinsames Vorhaben dennoch verwirklichen zu wollen. In Halle haben die interdisziplinären Zentren für die Erforschung der Europäischen Aufklärung sowie für Pietismusforschung bereits in erheblichem Umfang Drittmittel eingeworben. Beide Zentren konnten sich erfolgreich im Rahmen der Landesoffensive zur Förderung von Netzwerken der Exzellenz etablieren.


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