Universität Kassel: Realisierungswettbewerb Campus Nord entschieden

Der Realisierungswettbewerb zur Erweiterung des Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz ist entschieden: Am 11. und 12. Dezember ermittelte die Jury unter Vorsitz des Architekten Prof. Manfred Hegger die Gewinner des Realisierungswettbewerbs Campus Nord. Der Campus Nord soll auf dem so genannten Gottschalk-Gelände, einem ehemals industriell genutzten Areal entstehen, das unmittelbar an den Hauptcampus der Universität am Holländischen Platz angrenzt. Ein Teil der vorhandenen denkmalgeschützten Bausubstanz wird in den neuen Campus integriert.

17.12.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Die Jury würdigte das einstimmig mit dem ersten Preis ausgezeichnete Konzept des Berliner Teams raumzeit Architekten und K1 Landschaftsarchitektur als "große Chance, den Standort am Holländischen Platz zu einem einzigartigen und international wettbewerbsfähigen Campus weiterzuentwickeln." Den zweiten Preis vergab die Jury an die Arbeitsgemeinschaft des Architekturbüros Augustin und Frank (Berlin) mit dem Landschaftsarchitekturbüro Manfred Karsch (Berlin). Mit dem dritten Preis wurde das Team Ferdinand Heide Architekten (Frankfurt) mit Topos Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung (Berlin) ausgezeichnet. Insgesamt waren zwölf Planungsteams in dem europaweit ausgeschriebenen, zweistufigen Wettbewerbsverfahren in die engere Wahl gekommen.

"Die Wahl der Jury ist auf einen überzeugenden Entwurf gefallen. Er bildet eine gute Grundlage für die Realisierung des ersten Ausbauabschnitts und bietet beste Perspektiven für eine Weiterentwicklung der Universität." Das sagte Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der heute in Kassel die Preisschecks übergab. Lorz, der selbst Mitglied des Preisgerichts war, wies dabei auf die engagierte, konstruktive und intensive Auseinandersetzung der Jury mit der differenzierten und komplexen Aufgabenstellung hin:

Die beteiligten Architektur- und Landschaftsplanungsarchitekten waren gefordert, die Bebauung des neuen Campus in eine am Standort orientierte städtebauliche Gesamtplanung einzubetten. Zudem galt es, für drei Neubauten des ersten Bauabschnitts - die Mensa-Erweiterung, das Hörsaal- und Campuszentrum und den Neubau für den Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung - architektonisch-funktional überzeugende Vorschläge vorzulegen.

Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Präsident der Universität Kassel, zeigte sich besonders erfreut über die ausgewählten bemerkenswerten und innovativen Entwürfe für die Neubauten des ersten Bauabschnitts, die sich spannungsvoll und gleichwohl harmonisch zu einem Ensemble fügen ließen: "Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen, dass trotz unterschiedlicher architektonischer Ansätze eine städtebauliche Gesamtkonzeption möglich ist, die zukunftsweisend für die Entwicklung der Universität in Kassel zur Campusuniversität sein werden." Das preisgekrönte städtebauliche Konzept greife die Charakteristika der vorhandenen Architektur sinnvoll auf und liefere zugleich einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des umliegenden Quartiers. Stadt und Universität seien sich einig, das die vorgesehene Bebauung eine historische Entscheidung mit Blick auf die Stadt(teil)entwicklung bedeute: "Die Entscheidung setzt somit gleichermaßen einen Meilenstein für die weitere Entwicklung der Universität wie der Stadt Kassel. Ich danke der hessischen Landesregierung ausdrücklich für ihre Förderung und Unterstützung und bin zuversichtlich, dass die Planung nun bis 2015 wie vorgesehen umgesetzt wird."

Mit dem im Dezember 2004 verabschiedeten "Entwicklungsplan 2015" hat sich die Universität Kassel zum Ziel gesetzt, sich nicht nur bundesweit, sondern auch international als Universität neu zu positionieren und ihre Attraktivität deutlich zu steigern. Die Neustrukturierung und Erweiterung des bestehenden Campus-Geländes am Holländischen Platz ist ein zentraler Baustein dieses Vorhabens; der erste Bauabschnitt war Gegenstand dieses Realisierungswettbewerbs. Vorgesehen sind in einem zweiten Schritt Neubauten für studentisches Wohnen, den Fachbereich Naturwissenschaften sowie die Errichtung einer Kindertagesstätte. Zudem sind Umnutzungen vorhandener denkmalgeschützter Gebäude vorgesehen. Darüber hinaus soll mittelfristig der naturwissenschaftlich-mathematische Campus in Kassel-Oberzwehren aufgegeben und die entsprechenden Einrichtungen sollen auf dem Campus Nord angesiedelt werden.

Im Januar werden sämtliche ausgewählten Entwürfe in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert; Ort und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Der Ausbau des Campus Nord der Universität Kassel ist ein zentraler Bestandteil des Investitionsprogramms HEUREKA. Im Rahmen von HEUREKA (Hochschul Entwicklungs- und Umbauprogramm: RundErneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre) investiert die Landesregierung jährlich 250 Millionen Euro in die bauliche Erneuerung der zwölf hessischen Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen. Bis 2020 sollen so insgesamt drei Milliarden Euro in die bauliche Infrastruktur der Hochschulen fließen. Darüber hinaus stellt die Landesregierung 2009 im Rahmen eines Sonderinvestitionsprogramms weitere 500 Millionen Euro für den Teilbereich Hochschulbau zur Verfügung. Daten und Fakten zum Realisierungswettbewerb Campus Nord

1. Preis Architekten: raumzeit Architekten (Berlin) - Landschaftsplanung: K1 Landschaftsarchitektur (Berlin) Preissumme: 22.500 Euro

2. Preis Architekten: Architekturbüro Augustin und Frank (Berlin) - Landschaftsplanung: Manfred Karsch (Berlin)
Preissumme: 17.250 Euro

3. Preis Architekten: Ferdinand Heide Architekten (Frankfurt) - Landschaftsplanung: Topos Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung (Berlin)
Preissumme: 13.250 Euro

4. Preis Architekten: Gerber Architekten (Dortmund) - Landschaftsplanung: Gartenlabor (Hamburg)
Preissumme: 10.250 Euro

5. Preis Architekten: Architektenkontor Agather Scheel (Hamburg) - Landschaftsplanung: Kontor Freiraumplanung Möller Tradowsky (Hamburg)
Preissumme: 7.250 Euro

Der Jury unter Leitung von Prof. Manfred Hegger (Kassel) gehörten an: Prof. Zvonko Turkali, Frankfurt; Prof. Dr. Michael Koch, Zürich; Prof. Kirsten Schemel, Berlin, Prof. Christa Reicher, Aachen; Prof. Undine Giseke, Berlin (alle: Fachpreisgericht); Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, Wiesbaden; Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Kassel; Prof. Maya Reiner, Kassel; Norbert Witte, Kassel (alle: Sachpreisgericht).


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