DHV-Gütesiegel

Universität zu Köln für faire und transparente Berufungsverfahren ausgezeichnet

Die Universität zu Köln ist bundesweit als zweite Hochschule mit dem Gütesiegel des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) für faire und transparente Berufungsverfahren ausgezeichnet worden. Nach der RWTH Aachen ist damit eine weitere Exzellenz-Universität zertifiziert worden.

29.01.2014 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Das universitätsinterne Verfahren bis zur Ruferteilung erfolge an der Universität zu Köln gleichförmig und sachgerecht, so die Begründung des DHV. Berufungen werde, wie die Errichtung einer gleichnamigen, beim Kanzler angesiedelten Stabstelle belege, institutionell ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt, Fakultäten und Universitätsleitung kooperierten eng und vertrauensvoll miteinander. Die Verhandlungen selbst verliefen zügig und grundsätzlich wertschätzend. Zu den weiteren Stärken der Kölner Berufungsverfahren zählten angemessene Ausstattungsangebote und ein überdurchschnittlich gutes Verhandlungsklima. Zudem zeichneten die Universität gute Implacement-Angebote aus. Neue Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer erhielten in den ersten hundert Tagen insbesondere durch den Dual Career & Family Support umfassende Beratung und Unterstützung. Hervorzuheben sei schließlich das sich ständig fortentwickelnde "Best-Practice"-Modell für das gesamte Berufungsverfahren.

Der DHV sieht aber auch Verbesserungsbedarf und Entwicklungspotentiale. Eine neue Besoldungskonzeption, die derzeit an der Universität zu Köln erarbeitet wird, müsse Lösungen für eine leistungsgerechtere Honorierung derjenigen W2-Professoren enthalten, die kaum mehr als das reine W2-Grundgehalt erhielten. Die gegenwärtige Praxis, bei W2-Erstberufungen wegen der zum 1. Januar 2013 in NRW erfolgten Erhöhung des W-Grundgehalts um 690 Euro regelmäßig keine Berufungs-Leistungsbezüge mehr gewähren zu wollen, sei eine Schlechterstellung gegenüber denjenigen W2-Professoren, die vor dem 1. Januar 2013 verhandelt hätten und nun regelmäßig über eine höhere Monats-Brutto-Besoldung als das reine W2-Grundgehalt verfügten. Ebenso empfiehlt der DHV, Juniorprofessoren an der Universität zu Köln mehr Wertschätzung zuteil werden zu lassen, indem ihnen wie ihren W2- und W3-Kollegen über die Fakultätsebene hinaus auch ein Verhand-lungstermin bei einem Rektoratsmitglied eingeräumt werde.

"Eine erfolgreiche Berufungspolitik ist ein wichtiger Gradmesser für die Qualität einer Hochschule. Daher will das neue DHV-Gütesiegel zu einer Verbesserung und fortlaufenden Weiterentwicklung der Berufungskultur in Deutschland beitragen", erläuterte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen, der selbst als Jurist an der Universität zu Köln forscht und lehrt.

Wesentliche Grundlage des DHV-Gütesiegels ist ein gewichteter Fragebogen mit 42 Fragen, den der DHV auf Grund seiner Erfahrung entwickelt hat. Der DHV berät auf Seiten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ca. 75 Prozent aller Berufungs- und Bleibeverhandlungen in Deutschland. Der Schwerpunkt in der Auswertung des Fragebogens wurde auf Fairness, Wertschätzung, Transparenz und Verlässlichkeit in den Berufungs- und Bleibeverhandlungen gelegt. Eigene Anmerkungen der zu begutachteten Hochschule flossen in die Bewertung ebenfalls ein. Hinzu kamen Interviews mit an die jeweilige Hochschule berufenen Professoren zu ihren Erfahrungen im Berufungsverfahren sowie die Erfahrungen und Kenntnisse der DHV-Justitiare.

Weitere Informationen zum DHV-Gütesiegel gibt es unter: www.hochschulverband.de/cms1/guetesiegel.html


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