Von der Sonderschule in die Hauptschule

(bikl/idw) Das "Bremer Förderprojekt für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund" an der Universität Bremen unter der Leitung der Professorinnen Yasemin Karakasoglu und Stefanie Haberzettl zeigt bereits nach zwei Jahren große Erfolge: Die Schüler konnten ihre Noten deutlich verbessern.

03.03.2008 Bremen Artikel

Projektleiterin Yasemin Karakasoglu: "Ein besonderer Erfolg des Projektes ist die Tatsache, dass wir mittlerweile drei Kurse mit Sonderschülern haben, die mit Hilfe des Projekts den Sprung in die Hauptschule geschafft haben". Die Nachfrage nach dem für die Schülerinnen und Schüler kostenlosen Förderunterricht steigt kontinuierlich.

Studenten unterrichten

Beim "Förderunterricht " erhalten die Schüler in den Räumlichkeiten der Universität Bremen fachliche und sprachliche Förderung, die an ihre individuellen Bedürfnisse angepasst ist. Der Förderunterricht wird von Lehramtsstudierenden erteilt und findet in Kleingruppen von höchstens fünf Schülern statt.

An einigen Schulen wird der Förderunterricht auch direkt vor Ort durchgeführt. Zum regulären Förderunterricht wird ein Baustein "Performative Spiele" angeboten, der in Bremen entwickelt wurde. Dahinter verbirgt sich ein theaterpädagogisches Konzept mit dem Ziel, die sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Gegenwärtig nehmen am Projekt 150 Schülerinnen und Schüler teil, die von 35 Förderlehrerinnen und Förderlehrer unterrichtet werden. Diese werden in speziellen Workshops auf ihre Tätigkeit vorbereitet und fortlaufend pädagogisch beraten. So können sich die Studierenden seit diesem Semester die Mitwirkung im Projekt auch als Teil ihres Studiums anerkennen lassen.

Seit September 2007 findet zudem an der Universität Bremen "Förderunterricht" für Schüler der Sekundarstufe II statt. Die fachliche und sprachliche Förderung wird hier durch ein Coachingkonzept erweitert, um die Schüler auf ein Studium vorzubereiten. Das setzt dort an, wo Unterstützungsstrukturen beim Übergang zwischen Schule und akademischer Laufbahn lückenhaft sind und wo nicht allein fachliche Qualifikationen über Zugangs- und Karrierechancen entscheiden.

Wichtiger Beitrag zur Lehrerbildung

Das Projekt leistet auch einen innovativen Beitrag zur Verbesserung der Lehrerausbildung in Bremen. Die Lehramtsstudierenden erlangen durch ihre Tätigkeit intensive Praxiserfahrung im Lehren und im Umgang mit mehrsprachigen, bikulturellen Kindern und Jugendlichen. Sie werden dabei von der Universität Bremen fachlich ausgebildet, unterstützt und betreut.

Einige der Lehramtstudierenden haben selbst einen Migrationshintergrund. Sie können somit Vorbilder für eine gelungene Bildungskarriere für ihre Schüler sein und ihnen Mut machen, es ihnen nachzutun.

Das Bremer Projekt wird von der Stiftung Mercator für einen Zeitraum von drei Jahren mit 270.000 Euro finanziert. Es wird außerdem von der Bremer Senatorin für Bildung und Wissenschaft unterstützt. Wissenschaftlich begleitet wird dieses Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft (BMBF)


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