Wachsende Stadt

Der Senat baut den Zukunftsschwerpunkt Nanotechnologie konsequent weiter aus. Bis 2010 werden 9,5 Mio. Euro aus dem Sonderinvestitionsprogramm "Hamburg 2010" für die Errichtung eines Anwenderzentrums bereitgestellt.

26.07.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Hamburg erhält in den kommenden Jahren mit dem Centrum für Angewandte Nanotechnologie (CAN) ihr erstes Anwenderzentrum im Bereich der Nanobiotechnologie. Das Zentrum wird Auftragsforschung und Entwicklungsdienstleistungen für regionale und überregionale Firmen und Forschungseinrichtungen anbieten und sich an Forschungsprogrammen des Bundes und der Europäischen Union beteiligen. Nach der im April beschlossenen Errichtung des eher grundlagenorientierten Interdisziplinären Nanowissenschafts-Centrums Hamburg (INCH) setzt der Senat mit dem CAN seine Politik des gezielten Ausbaus von Kompetenzclustern fort.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D.: "Der Senat investiert gezielt in die Nanotechnologie und damit in eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Nach dem Interdisziplinären Nanowissenschafts-Centrums (INCH) für mehr als 9 Millionen Euro richtet Hamburg nun für 9,5 Millionen Euro ein Anwenderzentrum ein, das hervorragende Bedingungen für eine erfolgreiche Kooperation mit der Wirtschaft schafft. Das CAN soll weit über die Metropolregion Hamburg hinaus national und international zu einem Exzellenzzentrum für angewandte Nanoforschung werden."

Ziel des CAN ist es, die in Hamburg im Bereich der Nanotechnologie vorhandene Expertise rascher in marktreife Produkte umzusetzen und so Wachstum und Beschäftigung in einem besonders zukunftsträchtigen Feld nachhaltig zu sichern. Hamburg wird das CAN in einem Public-Private-Partnership-Modell in enger Kooperation mit interessierten Unternehmen betreiben, die sich zu diesem Zweck in einem Verein zusammenschließen und das Zentrum durch die Erteilung von Forschungsaufträgen und die Bereitstellung von Fördermitteln mittragen. Das Angebot des CAN richtet sich nicht nur an Akteure in der Metropolregion Hamburg, sondern ausdrücklich auch an weitere interessierte Firmen aus ganz Europa.

Kunden von CAN werden voraussichtlich in erster Linie Life-Science-Unternehmen aus den Industriebereichen Pharmazie, Biotechnologie und Kontrastmittel, Pharmaforschung, Kosmetik sowie Medizin- und Bildgebungstechnik sein. Nach erfolgreicher Etablierung des CAN soll der Fokus auf die Bereich Chemie und Werkstoffe sowie Fahrzeug- und Maschinenbau/ Metallverarbeitung ausgeweitet werden.

In der Anfangsphase soll das CAN Flächen der Universität mitnutzen und ab 2007 eigene Labore anmieten. Das Konzept beinhaltet einen strikten Meilensteinplan, dessen Erfüllung die Voraussetzung für einen stufenweisen Ausbau bis auf etwa 60 Mitarbeiter ist. Nach dem für September vorgesehenen Beschluss der Bürgerschaft kann das CAN noch in diesem Jahr seine Tätigkeit aufnehmen und mit der Bearbeitung der ersten angekündigten Forschungsaufträge mit einem Volumen von mehr als 800.000 Euro beginnen. Bis zum Jahr 2010 soll das CAN Forschungsaufträge und Förderbeiträge Dritter in Höhe von insgesamt mehr als 10 Mio. Euro akquirieren und danach ohne städtische Zuwendungen auskommen. Die Nanowissenschaft und die darauf aufbauende Nanotechnologie beschäftigen sich mit der Erforschung, Erzeugung, Manipulation und Nutzung von Strukturen unterhalb von 100 Nanometern. Das entspricht Größenordnungen im Bereich von Molekülen und Atomen, mehr als 700-mal kleiner als die Dicke eines menschlichen Haares. Schon heute findet diese Technologie zum Beispiel im Fahrzeugbau, in der Hochleistungsmedizin oder in der Kosmetik auch in Hamburg Anwendung. Hamburger Wissenschaftler belegen dabei in wesentlichen Teilgebieten der Nanotechnologie internationale Spitzenplätze.


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