Wissenschaftsministerin fordert: Lehrerausbildung muss Chefsache werden

"Die Lehrerausbildung muss an Sachsens Universitäten zur Chefsache werden." Dies forderte Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange heute in Dresden. Gerade bei der Lehrerausbildung hätten die Hochschulen eine besondere Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft, da Lehrkräfte in der Regel für das eigene Land ausgebildet würden, so die Ministerin. "Wer die schlechte Ausbildung von Abiturienten z.B. in Mathematik beklagt, sollte prüfen, wie gut die eigene Lehramtsausbildung ist."

21.12.2008 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Die Lehramtsausbildung werde zu oft als "lästige" Dienstleistung betrachtet und nicht als Kernaufgabe, obwohl fast alle Fakultäten beteiligt seien. Immerhin fast 7 Prozent aller sächsischen Studierenden seien derzeit in den Lehramtsstudiengängen eingeschrieben. "In den kommenden Jahren werden die Ausbildungskapazitäten steigen müssen, da vor allem Grund- und Mittelschullehrer ersetzt werden müssen." Deren Bedarf werde sich nach 2010 in einzelnen Fächern mehr als verdoppeln. Darauf müssten die Universitäten vorbereitet sein, um entsprechend reagieren zu können. "Eine Universität allein wird den steigenden Bedarf nicht decken können."

Die Ministerin verwies vor diesem Hintergrund darauf, dass die Zentren für Lehrerbildung an den Universitäten weiter gestärkt und zu Kompetenzzentren auch für die Forschung ausgebaut werden müssten. Mit ihrer Verankerung im neuen Sächsischen Hochschulgesetz sei bereits ein wichtiger Schritt zu deren Aufwertung gegangen worden. "Sachsens Hochschulen sollte die Ausbildung qualitativ guter Lehrkräfte ureigenste und wichtigste Verpflichtung sein. Sie beeinflussen damit nicht nur die Qualität des sächsischen Schulsystems, sondern letztlich auch die der Studienanfänger selbst." Die Ministerin appellierte darüber hinaus an alle Beteiligten dabei mitzuhelfen, den Beruf des Lehrers/der Lehrerin in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich aufzuwerten. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung sei unmittelbare Voraussetzung für eine solche Aufwertung. "Ohne gute Lehrer wird es in Sachsen künftig auch an qualifiziertem Nachwuchs mangeln", so Dr. Stange.


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