Zwei von zehn Leibniz-Preisen gehen 2008 nach Bayern

Zwei von zehn Leibniz-Preisen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gehen 2008 nach Bayern. Dies teilte Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Donnerstag in München mit. Prof. Dr. Jochen Mannhart, (Lehrstuhl für Experimentalphysik VI – Institut für Elektronische Korrelationen und Magnetismus, Universität Augsburg) sowie Dr. Elena Conti (Max-Planck-Institut für Biochemie, Strukturbiologie, Martinsried; gemeinsam mit Dr. Elisa Izaurralde, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen) erhalten den mit 2,5 Mio. Euro höchstdotierten deutschen Förderpreis. Goppel hob hervor, dass der Preis bisherige wissenschaftliche Leistungen würdige und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermögliche, ihre Arbeiten noch schneller voranzubringen und weiter auszubauen. Goppel: "Dass seit Jahren überdurchschnittlich viele Preise nach Bayern gehen, ist eine Auszeichnung des Wissenschaftsstandorts Bayern."

06.12.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Die Auswahl der Preisträger trifft die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die heute ihre Entscheidung bekannt gegeben hat. Die Verleihung des Leibnizpreises 2008 findet am 11. Februar 2008 in Berlin statt.

Dem international renommierten Experimentalphysiker Prof. Dr. Jochen Mannhart sind bereits mehrfach bahnbrechende Entdeckungen auf dem Gebiet funktionaler Grenzflächen in Oxiden gelungen. Verdient machte sich Mannhart unter anderem um die Optimierung von Korngrenzen in Hochtemperatursupraleitern. Ebenso konnte er rein oxidische Feldeffekt-Transistoren konstruieren, mit denen sich die Ladungsträgerdichte von Grenzschichten besonders wirkungsvoll steuern lässt. Nicht zuletzt hat Mannhart mit seiner Arbeitsgruppe ein besonders kraftempfindliches Tieftemperatur-Rastersondenmikroskop entwickelt, das eine Rekordauflösung von 77 pm erreicht und erstmals einzelne Atome mit subatomarer Auflösung darstellbar machte. Für die Beantwortung grundlegender Fragen zur Rolle der Elektronensysteme in Festkörpern sind Mannharts Arbeiten ebenso wegweisend wie für die Entwicklung der zukünftigen Elektronik, Optoelektronik und Spintronik. Goppel: "Prof. Dr. Jochen Mannhart ist, zusammen mit seinen Kollegen Loidl (Experimentalphysik V) und Vollhart (Theoretische Physik III), seit Jahren eine tragende Säule des Augsburger Instituts für elektronische Korrelationen und Magnetismus." Das hervorragend ausgestattete Augsburger Institut werde regelmäßig exzellent evaluiert und verzeichne Spitzenergebnisse u. a. bei der Erforschung der elektronischen Eigenschaften neuer High-Tech-Materialien, insbesondere im Bereich oxidischer Schichten bzw. Funktionsmaterialien, z. B. für die Computer- und Sensortechnik oder die Beschichtung von Leuchtstofflampen.

Die beiden Molekularbiologinnen Dr. Elena Conti und Dr. Elisa Izaurralde haben gemeinsam grundlegende neue Erkenntnisse zum intrazellulären RNA-Transport und zum RNA-Metabolismus erzielt und werden deshalb auch gemeinsam mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet. Beide Wissenschaftlerinnen begannen dabei ihre Laufbahn auf sehr verschiedenen Feldern der Molekularen Biologie: Elisa Conti als Röntgenstrukturanalytikerin, Elisa Izaurralde als Biochemikerin. Ihre gemeinsame Zeit am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg führte ihre Arbeiten dann zusammen. In diesen ergänzten und verstärkten sich die Interessen und die jeweiligen Stärken der beiden Forscherinnen, sodass Elisa Conti vor allem die strukturellen Aspekte des intrazellulären RNA-Transports bearbeitete, während sich Elisa Izaurralde auf die funktionalen Aspekte konzentrierte. Auf diese Weise identifizierten und charakterisierten sie eine Reihe von Faktoren wie die Nukleoporine oder die Proteine NXF1/p15 und Mtr2. Diese und weitere Gemeinschaftsarbeiten ermöglichten neue Einsichten in die hochkomplexe Regulation der Genexpression.


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