Hochschulpakt

Widerstand an hessischen Hochschulen gegen Kürzungspläne

Zu Beginn des Wintersemesters flammt die Kritik an den Sparplänen der Landesregierung neu auf. Aufgrund des mit der Landesregierung verabschiedeten Hochschulpaktes sind die Hochschulen zu Kürzungen gezwungen. Als Folge befürchtet die GEW Hessen deutliche Mehrarbeit für Beschäftigte und Qualitätsverluste im Studium.

22.10.2026 Hessen Pressemeldung GEW Hessen
  • Junge Studierende sitzen in einem Hörsaal bei einer Vorlesung, hören zu und machen Notizen. © Adobe Stock Beschäftigte und Studierende sind zunehmend unzufrieden mit den geplanten Kürzungen und damit, wie sie umgesetzt werden.

Zudem fordert sie, dass Studierende und Beschäftigte stärker in die Umstrukturierungen einzubeziehen sind. Um die Kürzungen an den Hochschulen zu beobachten, bietet die GEW Hessen ein neues Meldeportal an.

Gestern (21.10.2026) stellte die Hochschulleitung der Goethe-Universität Frankfurt umfangreichen Sparpläne den Gremien vor. Die 16 Fachbereiche sollen auf 7 zusammengestrichen werden. Zeitgleich demonstrierten an der Universität Kassel am Standort in Witzenhausen Studierende und Beschäftigte gegen die geplanten Abbau von Professuren. Heute ist der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels in Gießen und stellt sich der Diskussion mit Senatsvertreter:innen der hessischen Hochschulen. Studierende planen zeitgleich in Gießen eine Kundgebung. Simone Claar, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, kritisierte die Folgen des unterfinanzierten Hochschulpaktes: „An den Hochschulen brodelt es. Beschäftigte und Studierende sind zunehmend unzufrieden mit den geplanten Kürzungen und damit, wie sie umgesetzt werden. Die zahlreichen Meldungen über die konkreten Einschnitte zeigen: Es droht ein immenser Qualitätsverlust im Studium. Zudem rechnen wir mit deutlich mehr Arbeit für die Beschäftigten. Nicht nur an der Goethe-Universität, sondern auch an den weiteren Hochschulen müssen Studierende und Beschäftigte besser beteiligt werden. Aufgrund der weitreichenden Folgen sollte der Hochschulpakt neu verhandelt werden“, forderte Claar.

Zuletzt stand auch die Hochschule Darmstadt wegen der Einschnitte an den Stellen der Promovierenden in der Kritik. „Jetzt werden die Auswirkungen des Hochschulpaktes spürbar: Wir haben deshalb eine Webseite online geschaltet, auf der Beschäftigte und Studierende Kürzungen melden können. So können die Betroffenen ihren Unmut mitteilen“, wirbt Claar für das neue Angebot der GEW Hessen. Die Meldungen werden anschließend zu einer „Bibliothek der Kürzungen“ zusammengefasst.

Die Einsparungen an den Hochschulen habe laut GEW Hessen auch Auswirkungen auf die hessische Lehrkräfteausbildung: „Die aktuellen Vorschläge schauen nur darauf, wo am besten Geld eingespart werden kann. Der gesellschaftliche Bildungsbedarf bleibt nicht im selbem Maße im Blick“, kritisierte Claar. Konkret sieht Claar das am Beispiel der Wirtschaftspädagogik in Frankfurt. „Wenn dieser Studiengang eingestellt wird, ist es zukünftig im Rhein-Main-Gebiet nicht möglich, Lehrkräfte in diesen Fächern auszubilden“, kritisierte Claar abschließend.

Hier finden Sie das Meldeportal der GEW Hessen:  https://deine.gew.app/bibliothek-der-kuerzungen

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GEW Hessen

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