Älterer Lehrer sind nicht per se schlechtere Pädagogen

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg wehrt sich dagegen, dass ein höheres Alter von Lehrern immer automatisch mit dem Etikett "Qualitätsverlust" versehen wird, wie es die EU-Kommis­sion jetzt durch die jüngste Veröffentlichung wieder mehr oder weniger offen glauben machen lässt. Selbstverständlich liegt es - vor allem im Schatten vieler tausend abgewiesener junger Lehrer - im Interesse eines gewerk­schaftlichen Berufsverbandes, dass junge Pädagogen an die Schulen kom­men; ältere Kollegen haben jedoch einen Erfahrungsschatz, auf den die Schulen auf keinen Fall verzichten können, versichert VBE-Chef Rudolf Karg. Es komme in der Schule - wie so oft im Leben - auch "auf die richtige Mischung" an.

07.08.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Mal wird davor gewarnt, dass der Lehrkörper zu ausgebrannt, ein andermal, dass er zu weiblich sei. Jetzt rollt die EU-"Unwetterwarnung" über das Land, dass die Lehrkräfte überaltert sowie schlecht aus- und fortgebildet seien. Es wäre nun langsam an der Zeit, dass endlich eine längere Schönwetterperiode komme, in der an den Schulen wieder ohne Aufgeregtheit gelehrt und gelernt werden kön­ne, sagt VBE-Landeschef Rudolf Karg (Karlsruhe). Das wünschten sich zumin­dest immer mehr Pädagogen. Man könne Schule und Unterricht nämlich auch schlecht reden, was auf Dauer allen Beteiligten schade und die letzte Motivation derer, die noch guten Willens sind, endgültig zerstöre.

Der VBE appelliert an alle Verantwortlichen, von überzogenen Forderungen an die Lehrerschaft Abstand zu nehmen und realistische Ziele anzupeilen. Karg wörtlich: "Lehrer können nicht jedes Problem der Gesellschaft lösen und nicht jeden Wunsch der Wirtschaft erfüllen. Lehrer sind weder die großen Alleskön­ner noch magische Wunderheiler - ganz gleich, ob sie jünger oder älter sind."

Der VBE fordert zur Verbesserung der Qualität an den Schulen und zur Unter­stützung der Lehrer deutlich mehr speziell ausgebildete Fachkräfte wie Psycho­logen, Beratungslehrer und Sozialpädagogen, außerdem kleinere Lerngruppen und Klassen mit höchstens 22 Schülern.


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