Aktive Suchtprävention für Schülerinnen und Schüler - Start des Mitmach-Parcours "KlarSicht Schleswig-Holstein"

Zur Förderung der Suchtprävention an Schulen hat Harald Lehmann, stellvertretender Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) heute in Kiel den "KlarSicht Schleswig-Holstein"-Parcours zur Suchtprävention an Schulen eröffnet. An sieben Stationen können sich Schülerinnen und Schüler aktiv mit den Gefahren von Alkohol, Tabak und Glücksspiel auseinandersetzen.

24.01.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Damit ist Schleswig-Holstein das erste Bundesland, dass seinen Schulen einen solchen "KlarSicht"-Mitmach Parcours auf Dauer für die suchtvorbeugende Arbeit zur Verfügung stellen kann. Der "KlarSicht Schleswig-Holstein"-Parcours ist Teil der Kampagne "Fun statt Vollrausch Schleswig-Holstein feiert richtig", zu der Ministerpräsident Peter Harry Carstensen aufgerufen hat, und des "Aktionsbündnisses gegen den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen".

Der Alkoholkonsum junger Menschen hat deutlich zugenommen, wie die Repräsentativerhebung der BZgA aus dem Jahr 2007 zeigt. Problematisch ist vor allem der Anstieg der Gruppe der exzessiv trinkenden Jugendlichen. So konsumieren die 16- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen im Wochendurchschnitt 150 Gramm reinen Alkohol, das entspricht zwei Gläsern alkoholischer Getränke an jedem Tag der Woche. Auch die Gefahren des Rauchens sind nach wie vor ernst zu nehmen, obwohl der Anteil der rauchenden Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 18 Prozent im Jahr 2007 zurück gegangen ist. Im Bereich des Glücksspiels entsteht aufgrund der rasanten Entwicklung der neuen Medien wie Internet und TV mit den Quizglücksspielen gerade für jüngere Konsumentinnen und Konsumenten ein Gefahrenfeld.

"Mit dem Mitmach-Parcours 'KlarSicht' wollen wir gezielt junge Menschen erreichen, um sie über die Wirkungen und Suchtpotentiale legaler Suchtmittel zu informieren", erklärte Harald Lehmann, stellvertretender Direktor der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "In einer Lebensphase, in der viele Jugendliche mit dem Rauchen beginnen und ihren ersten Alkoholrausch erfahren, müssen altersgerechte Präventionsangebote vorhanden sein, damit sich junge Menschen durch Rollenspiele, Diskussionen und Fragen mit Kopf und Herz einbringen können. So erhalten sie Entscheidungshilfen für ein gesundheitsförderliches Verhalten und reflektieren ihren eigenen Konsum von Tabak und Alkohol. Wir freuen uns über die Kooperation mit dem Land Schleswig-Holstein und dass die BZgA mit diesem Projekt die Präventionskräfte im Land aktiv unterstützen kann."

Zielgruppe des Parcours sind Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren. Die Vorbeugung zu den Themen Alkohol, Rauchen und Glücksspiel erfolgt in interaktiver Form, die es ermöglicht, auch schwerer erreichbare Zielgruppen anzusprechen. Der Parcours hat insgesamt sieben Stationen, die von geschultem Personal geleitet werden.

Mit dem "KlarSicht Schleswig-Holstein"-Parcours werden im Jahr 2008 ca. 15.000 Schülerinnen und Schüler präventiv angesprochen. "Diese große Zahl an Jugendlichen lässt sich nur durch die umfassende Kooperation der LSSH mit der Koordinationsstelle Schulische Suchtvorbeugung (KOSS), regionalen Institutionen und den beteiligten Ministerien und Förderer erreichen", sagte Regina Kostrzewa von der LSSH bei der Eröffnung.

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave begrüßte die Aktion: "Um Kinder und Jugendliche zu schützen, müssen wir sie auch in der Schule bereits frühzeitig über die Gefahren von Alkohol, Tabak und Glücksspiel aufklären. Der "KlarSicht Schleswig-Holstein"-Parcours ist dazu ein wichtiger Beitrag und passt hervorragend in unser Konzept zur Gesundheitsförderung und Suchtvorbeugung."

Ansprechpartner:
Regina Kostrzewa, Projektleitung Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein 0431-564770
Sven Runde, Pressesprecher Ministerium für Bildung und Frauen 0431-9885805
Dr. Marita Völker-Albert, Pressesprecherin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 0221-8992280


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